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Rezensionen

Peter Weyland
Das psychoonkologische Gespräch
Schattauer, Stuttgart, 2017, 2. Aufl., 176 S., 29,99 €, ISBN-13: 978-3794532421

Der Autor des Buches ist Facharzt Psychosomatik, Psychotherapie und Allgemeinmedizin und in eigener Praxis mit Schwerpunkt Psychookologie tätig. Er engagiert sich seit vielen Jahren für die psychoonkologische Fort- und Weiterbildung. Das Buch wendet sich an Onkologen, Psychoonkologen, Palliativmediziner, Sozialarbeitende sowie alle Fachpersonen, die Tumorpatienten begleiten und beraten. Es grenzt sich zu Publikationen mit eher theoretischen Grundlagen und Evidenzgewinn als praxisorientiertes Fachbuch bzw. Handlungsleitfaden zur Vermittlung von spezifischen Beratungs- und Behandlungserfordernissen ab. Alle Kapitel werden mit individuellen Fallbeispielen ergänzt. Natürlich sind es alles Patienten, die bwusst den Kontakt zu einem Psychoonkologen aufgenommen haben.

Das Buch gliedert sich in zwei grosse Abschnitte: Die Kontaktaufnahme und das Erstgespräch werden  in den Kapitel 1-7 behandelt. Die spezifischen Problemen im Laufe einer Tumorerkrankung von Diagnose über Prognose, Umgang mit den Folgen und Spätfolgen der Therapie sowie den Problemen mit einem Rezidiv oder Fortschreiten der Erkrankung bis zur palliativen und terminalen Phase sind Themen der Kapitel 8 - 20.

Das struktuerierte Erstgespräch wird mit seinen Zielen und Ablauf sowie Erläuterungen umfassend beschrieben. Es meint den Zeitpunkt des ersten Kontaktes mit dem Autor, d.h., die Patienten haben schon einen unterscheidlich langen diagnostischen und Behandlungsprozess durchlaufen. Ein wichtiges Kapitel beschreibt die Haltung und Empathie den Patienten gegenüber: Die Bereitschaft zum Perspektivwechsel, die Fähigkeit sich abzugrenzen, die wohlwollende Aufmerksamkeit, das notwendige Taktgefühl, das Warten auf den richtigen Zeitpunkt sowie das Eingehen auf die Gefühlslogik. Die Logik der Gefühle ist Gegenstand eines weitere umfassenden Kapitels. Die Belastungen von Patient und Therapeut füllen das nächste Kapitel. Im Kapitel «Bewältigungsstrategien» werden das Bewertungsorientierte Coping, das Problemorientierte Coping und das Emotionsorientierte Coping konkret beschrieben. Im abschliessenden Kapitel des ersten Hauptteils werden die Struktur der weitere Gespräche beschrieben nach Zielsetzung, Situatiion des Patienten sowie des Therapeuten, Elemente der Gespräche sowie die Ressourcen des Patienten.

Im zweiten Teil gliedern sich die Kapitel in «Vom Verdacht zur Diagnose», der Mitteilung der Diagnose, die Prognose, «Fragen über Fragen» die Therapieentscheidung, die Akutbehandlung, die behandlungsfolgen, Fatigue, Remission, Rezidiv, die Palliation, das Ende der tumorspezifischen Behandlung sowie die Aussöhnung mit dem Ende. Einige in den Fallbeispielen vorgestellten Patienten begegnet man in verschiedenen Kapiteln des Buches. Die Gesprächssequenzen werden werden jeweils strukturiert und analysiert. Die respektolle und offene Gesprächshaltung fokussiert die jeweilige Verarbeitungskompetenz des Patienten auf Basis eines integrativen und ressourcenorientierten Psychotherapieansatzes.

Auch wenn Pflegende, die onkologische Patienten betreuen, eher nicht psychotherapeutisch ausgebildet sind, können sie aus dieser Publikation wertvolle Hinweise für anspruchsvolle Gesprächssituationen bei der Pflege oder Beratung dieser vulnerablen Patientengruppe erhalten. Wer keine theoretischen Konzepte oder Evidenz erwartet, wird hier aus den Erfahrungen eines Psychoonologischen Therapeuten profitieren können.

Eine Rezension von Andrea Dobrin Schippers

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