1-2005
Bildung und Mündigkeit – Perspektiven einer konstruktivistischen PädagogikAutor/in: Horst SiebertInhalt: Der Konstruktivismus legt einen Perspektivenwechsel in der Pädagogik nahe.
Er begründet eine lernorientierte Didaktik und Methodik. Die Kernthesen dieses
Paradigmas werden in erkenntnistheoretischer, lerntheoretischer und bildungstheoretischer
Hinsicht dargestellt. Es wird dafür plädiert, den humanistischen
Bildungsbegriff mit neuen Erkenntnissen der Gehirnforschung zu verbinden. |
Kommunikatives und offenes LernenAutor/in: Manfred BünschInhalt: Im Selbstverständnis herkümmlicher Lehre ist angelegt, dass ein Lehrender das
Wissen und Künnen beherrscht, das in einem Ausbildungszusammenhang an
Nichtwissende/Nicht-Künner vermittelt werden muss. Dieses Grundmuster einer
Vermittlungsdidaktik ist scheinbar so selbstverständlich, dass es die Erwartungen
auf beiden Seiten prägt: der/die Lehrende bereitet die zu vermittelnden Inhalte
auf, hält Unterricht und Lernende geraten schnell in eine Konsumentenhaltung.
Das heißt, sie warten ab, was denn da wohl kommen wird, sind über Arbeitspapiere
glücklich (Hamstermentalität) und fürchten die Pfl ichtaufgaben (Referate,
Hausarbeiten) wie Leistungskontrollen und Prüfungen. Und wenn die Unterrichtsstunden
pro Woche hoch sind, ist vermeintlich gar nichts anderes müglich,
als rezeptive und reaktive Überlebensstrategien zu entwickeln. Die Rollen sind
dann gut verteilt, die Asymmetrie ist ausgeprägt, quasi eine schiefe Ebene, auf
der der Wissenstransfer in die vielen Nürnberger Trichter rieselt! Diese etwas zugespitzt
beschriebene Lehr-/Lernsituation ist nach allem, was wir wissen, sehr
verbreitet und bestimmt zu 80-90% Unterricht. Gelernt wird, was auf den Tisch
kommt! |
Deutsche Studiengangsentwicklung im Kontext des Bologna-Prozesses: Umsetzung in der PflegeAutor/in: Dr. Heidrun JahnInhalt: Seit 1998 haben deutsche Hochschulen die Müglichkeit, Studiengänge mit Bachelor-
und Masterabschlüssen anzubieten. Mit der 6. Novelle des Hochschulrahmengesetzes
(HRG) von 2002 wurde die Erprobungsphase dieser Studiengänge
für beendet erklärt und Bachelor- und Masterstudiengänge wurden in
das Regelangebot der Hochschulen aufgenommen. Bis 2010 sollen Bachelor und
Master in den meisten Fächern die traditionellen Abschlüsse Diplom, Magister
und Staatsexamen abgelüst haben. Der Bachelor soll zum Regelabschluss an
deutschen Hochschulen werden.
Dieser Entwicklungsprozess ist mit vielen Unklarheiten und Unsicherheiten
verbunden, insbesondere sind die qualitativen Ansprüche an Bachelor- und
Masterstudiengänge wenig transparent. Deshalb sollen im folgenden Beitrag
Antworten auf einige Fragen gegeben werden, die vor allem von Studieninteressierten,
Studiengangsentwicklern und Vertretern der Berufspraxis gestellt werden.
Schließlich geht es um die Frage, welche Konsequenzen aus der Ablüsung
des bisherigen Studiengangssystems für die Entwicklung der eigenen Profession,
für Aus- und Weiterbildung in der Pflege resultieren. |
Pflegeausbildung & Pflegestudium kombinieren - Ein neuer dualer Studiengang mit dem Abschluss „Bachelor of Arts (Nursing)“Autor/in: Prof. Dr. Uta Oelke, Katrin MaierInhalt: Im Mittelpunkt dieses Artikels steht ein bundesweit bislang einmaliges Studiengangsprojekt,
dessen Konzept zunächst vorgestellt und anschließend um erste
Befragungsergebnisse ergänzt werden soll. Zum Sommersemester 2004 begannen
26 Alten-, Kranken- und KinderkrankenpflegeschülerInnen neben ihrer regulären
Ausbildung mit dem ersten Studienabschnitt eines Bachelor-Studiengangs,
den die Evangelische Fachhochschule Hannover (EFH) in Kooperation mit neun
Pflegeschulen anbietet. Seinen inhaltlichen Schwerpunkt hat der Studiengang
im Bereich „Patientenberatung und Versorgungskoordination“. Das bildungspolitisch
Besondere an ihm ist, dass die Studierenden innerhalb von nur fünf Jahren
zwei berufsqualifizierende Abschlüsse erwerben: den Abschluss als staatlich
examinierte Pflegekraft und den internationalen akademischen Grad eines „Bachelor
of Arts (Nursing)“. Unterstützt und finanziell gefürdert wird das Studienmodell
durch das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege. |
Aufmerksam-Sein lernen. eine Kernkategorie in der Beschreibung der Wirkungszusammenhänge des Lehrens und Lernens in den PflegeausbildungenAutor/in: Franziska Fichtmüller, Anja WalterInhalt: Seit 2002 forschen wir in Kranken- und Kinderkrankenpfl egeschulen, pflegepraktischen
Lernorten und Lernwerkstätten zu den Wirkungszusammenhängen von
Lehren und Lernen in den Pflegeausbildungen. Im Rahmen eines qualitativen
Forschungsdesigns werden Lehrende, Lernende, Praxisanleiterinnen und Mentorinnen
in Schulen und Praxisfeldern der Kranken- und Kinderkrankenpfl ge zum
Thema befragt und beobachtet. Methodologisch fußt unsere Forschung auf der
Grounded Theory. Mit dieser Forschung müchten wir zur Verbreiterung der empirischen
Wissensbasis beitragen. In diesem Artikel geht es uns um die Darstellung
des derzeitigen Standes der Arbeit an einer der Kernkategorien, Aufmerksam-
Sein lernen. |
Zur Situation von PflegeschülerInnen: Anspruch und WirklichkeitAutor/in: Karin KerstingInhalt: Inhalt dieses Beitrags sind ausgewählte Ergebnisse einer 5-jährigen Studie zur
Bewältigung moralischer Konflikte im Arbeitsalltag von Pflegenden, die über einen
Zeitraum von 2½ Jahren von der Robert Bosch Stiftung gefürdert wurde. |
Subjektive Theorien als Basis für Wissen und HandelnAutor/in: Renate Schwarz-GovaersInhalt: Was passiert, wenn in der Berufsausbildung subjektive Theorien auf wissenschaftliche
prallen? Mit dieser Frage beginnt meine Forschungsarbeit zum oben
genannten Thema.
Zum Einen geht es mir in diesem Beitrag um ein Verständnis von „Subjektiven
Theorien“, die als implizites Wissen unser Leben und Handeln bestimmen und
damit auch unseren Berufsalltag. Werden sie während der Berufsausbildung
nicht bewusst gemacht, bleiben sie unhinterfragt bestehen. Die in der Ausbildung
gelernten Theorien und Konzepte sind damit wenig handlungsleitend. Es
bleibt eine Kluft zwischen Wissen und Handeln.
Zum Anderen müchte ich pfl egedidaktische Ansätze aufzeigen, wie durch lernfeld-
und problembasiertes Lernen die Subjektiven Theorien bewusst gemacht,
durch neues Wissen angereichert und so gesichert (verdichtet) werden, dass sie
als verändertes und nicht als „träges“ Wissen unser Handeln bestimmen. |
Dualer Studiengang „Gesundheitsund Krankenpflege und Nursing and Administration“. Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, der Beruflichen Schule am Dietrich-Bonhoeffer- Klinikum und der Fachhochschule NeubrandenburgAutor/in: Inge Teetz, Annika HergertInhalt: Zur Zeit wird im Fachbereich Gesundheit und Pflege an der Fachhochschule
Neubrandenburg, an der Beruflichen Schule des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum
Neubrandenburg und dem Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum ein neues Studien- und
Ausbildungsangebot geplant und entwickelt, das zu dem doppelten Abschluss:
Gesundheits- und Krankenpflegerin/Gesundheits- und Krankenpfleger und Bachelor
of Nursing and Administration führen soll. Mit 15 ausgewählten Studierenden
künnte der duale Studiengang (DUST) zum Wintersemester 2005/2006
beginnen. |
2-2005
Professionelle Pflege und Fachexpertise am Beispiel PflegediagnostikAutor/in: Thomas AlbiezInhalt: Ausgehend von der Fragestellung nach dem Verständnis von Professionalität
und der Fachexpertise zur Gestaltung des professionellen Pflegediagnostikprozesses
befasst sich dieser Beitrag zunächst mit der Professionstheorie. Dabei wird
deutlich, dass professionelle Pflege nicht alleine auf den Aspekten der klassischen
Professionstheorie beruht. Gleichbedeutend sind hermeneutisches Fallverstehen
und wissenschaftliche Systematisierung der Pflegeinterventionen.
Um professionelles Handeln innerhalb des pflegediagnostischen Prozesses zu
ermüglichen, müssen Pflegende ihre Professionalität deutlich machen. Einerseits
im Sinne der Professionstheorie, andererseits in ihrer Rollenklärung und Fachexpertise.
Diese Rollenklärung muss bereits in der Ausbildung von Pflegefachfrauen
und Pflegefachmännern beginnen und im Sinne eines fortlaufenden Prozesses
während der Ausbildung und darüber hinaus regelmäßig reflektiert werden. |
Pflegeforschung in der PflegeausbildungAutor/in: Bernd Reuschenbach, Dirk LauInhalt: Durch die neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung gewinnen pflegewissenschaftliche
Erkenntnisse und Methoden in der pflegerischen Grundausbildung
an Bedeutung. Eine Vermittlung von Grundlagen der Pflegewissenschaft und des
Forschungsprozesses ist auch zur Verbesserung des Theorie-Praxis-Transfers und
zur Qualitätssicherung empfehlenswert. Offen ist jedoch die Frage, welche Rahmenbedingungen
für eine entsprechende Umsetzung notwendig sind und wie ein entsprechender Unterricht gestaltet sein soll, um diese Inhalte zu vermitteln.
Es erscheint uns wichtig, entsprechende Inhalte in andere Lerneinheiten zu integrieren
und die Erkenntnisse praxisnah zu vermitteln. |
Lernortkooperation konkret – aus vielen Ideen eine gemeinsame KraftAutor/in: Michael Bossle, Hans-Jürgen Feix-PielotInhalt: Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung von Lernortkooperation
innerhalb einer exemplarischen Schilderung von handlungsorientiertem Unterricht.
Im Rahmen eines Projekttages an der Krankenpflegeschule des Bezirks
Oberpfalz in Regensburg entstand die Müglichkeit die Thematik Kooperation mit
Hilfe kreativer Methoden genauer zu durchleuchten – sowohl für die Lernenden,
als auch für die begleitenden Lehrpersonen. Die Sternfahrt 2003 leistete somit
einen kreativen Beitrag zum Theorie-Praxis-Transfer in der Pflegeausbildung. Mit
Hilfe der pädagogischen Haltung der Themenzentrierten Interaktion nach Cohn,
des Korrespondenz-Modells nach H. Petzold und eines Kooperationsverständnisses
nach Pätzold entwerfen die Autoren ein Modell, das die verschiedenen
Ebenen der Kooperation und deren Interdependenzen darstellen soll. |
Lernsituationen in der Gesundheits- und Krankenpflege/ Gesundheits- und KinderkrankenpflegeausbildungAutor/in: Dorothee Spürk, Michaela Flechsenberger, Anke Marks, Dr. Birgit Panke-Kochinke, Rüdiger SeifertInhalt: Der Kooperationsverbund niedersächsischer Krankenpflegeschulen hat im Rahmen
des problemorientierten lernfeldorientierten Curriculums Lernsituationen für
die Gesundheits- und Krankenpflege resp. die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege entwickelt.
Diese Lernsituationen werden in den kommenden Monaten in Folge vorgestellt.
Eine kritische inhaltliche Auseinandersetzung ist erwünscht. |
Müglichkeiten des Internets zur Verbesserung der PatientInneninformationAutor/in: Lisa DeutschmannInhalt: Angesichts des erhühten Pflegebedarfs in der Bevülkerung und der steigenden
Kosten im Gesundheitswesen wird es zunehmend schwieriger, die PatientInnen
sowie pflegende Angehürige umfassend zu beraten und zu informieren. Da die
Liegedauer im Krankenhaus generell eher verkürzt wird1, wird die vorhandene
Zeit des Aufenthalts für diagnostische und therapeutische Maßnahmen benütigt.
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das Internet
einen Beitrag zur Patienteninformation leisten kann, d.h. ob und in welcher Form
das Internet dazu genützt werden kann, um PatientInnen über das ärztliche Gespräch
hinaus Informationen zu ihrem/seinem Krankheitsbild zu geben.
Anhand bestehender Websites und aktueller technologischer Entwicklungen sollen
gezielt Müglichkeiten zur Vermittlung von Informationen für PatientInnen
und deren Angehürige aufgezeigt werden. |
Wahl einer Pflegediagnosen- Klassifikation für die Einführung in die elektronische PflegedokumentationAutor/in: Maria Müller StaubInhalt: Dieser Beitrag stellt anhand der in der Literatur beschriebenen Klassifikationskriterien
die Vor- und Nachteile verschiedener Klassifikationssysteme dar. Er soll als
Entscheidungsgrundlage zur Wahl der geeigneten Klassifi kation der Pflegediagnostik
für die Einführung in die Praxis und für die elektronische Pflegedokumentation
dienen. |
3-2005
Lernsituationen in der Gesundheits- und Krankenpflege/ Gesundheits- und KinderkrankenpflegeausbildungAutor/in: Dorothee Spürk, Michaela Flechsenberger, Anke Marks, Dr. Birgit Panke-Kochinke, Rüdiger SeifertInhalt: Nachdem in der ersten Folge der Reihe „Lernsituationen in der Gesundheits- und
Krankenpfl ege/Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeausbildung“ bereits theoretische
Grundgedanken zum Curriculum des Kooperationsverbundes niedersächsischer
Krankenpfl egeschulen sowie eine Lernsituation dargestellt wurden,
folgt an dieser Stelle eine weitere Lernsituation (Titel: „Prioritäten setzen“). Sie
hat im Rahmen des Curriculums für die schulische Ausbildung des niedersächsischen
Kooperationsverbundes im Lernfeld 3 ihren Platz. |
Die Lernsituation – Konstruktion und ErfahrungAutor/in: Birgit Panke-KochinkeInhalt: Vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen mit der Konstruktion von Lernsituationen
im Rahmen des Lernfeldkonzeptes1 wird im folgenden der Weg von
seinem Ergebnis aus betrachtet (1. Das Ergebnis). Damit werden Umwege, die
sich im Prozess als Sackgassen ergeben haben, übergangen. Die Konstruktionsprinzipien
werden beschrieben (2. Die Konstruktionsprinzipien).2 Ein Beispiel
(3. Das Beispiel) erläutert mügliche Umsetzungsformen und die Schlussbemerkung
(4. Schlussbemerkung) verweist vor dem Hintergrund der Erfahrungen auf
Müglichkeiten und Grenzen der Integration von Lernsituationen in die aktuelle
schulische Unterrichtspraxis. |
Empowerment als Konzept für die PflegeAutor/in: Johannes NauInhalt: Pflege muss in Zukunft mehr als bisher für die Schaffung gesundheitsfürderlicher
Bedingungen Sorge tragen. Da das Gesundheitssystem Defizite hat, braucht es
pädagogische Arbeit, um Patienten zu befähigen, sich ihrer eigenen Sache anzunehmen.
Für solche Sachverhalte wurde der Begriff „Empowerment“ geprägt.
Empowerment bietet eine Handlungsrichtlinie an, mit der Patienten gestärkt und
zu Gestaltern ihrer Umwelt werden künnen. |
Professionalisierung der Pflege – Chance oder Dilemma?Autor/in: Uwe KrämerInhalt: Im Rahmen der immer wieder neu aufflackernden Professionalisierungsdebatte
wird die Frage aufgeworfen, ob die Professionalisierung der Pflegeberufe
als Chance oder als Dilemma zu werten ist. Um diese Frage zu beantworten,
erläutert der Autor zuerst den Weidnerschen Ansatz von Professionalisierung,
da dieser in der deutschen Pflegefachliteratur häufig rezipiert wird. Daran anbindend
wird eine für die Pflegeberufe bisher wenig beachtete Perspektive von
Professionalisierung dargestellt, um auf diesem ungewohnten Hintergrund zur
Ausgangsfrage zurückzuführen und diese zu beantworten: Braucht die Pflege
wirklich Professionalisierung? |
Erforschung der Ursachen von Patientenstürzen im KrankenhausAutor/in: Christine Schaubmayr, Thomas Praxmarer, Günter Weiss et al.Inhalt: Mithilfe einer Kontrollgruppen-Studie wurde die wechselseitige Abhängigkeit,
welche zwischen verschiedenen Patientenfällen und -variablen besteht, analysiert.
Dabei haben sich deutliche Resultate bei jenen Patienten ergeben, die an
neurologischen Defiziten und Demenz leiden. Außerdem ist die „Kollaps-Gruppe“
durch einen signifikant niedrigen Hämoglobin-Wert auffällig geworden. |
Pflegeüberleitung – Ein pflegewissenschaftlich begleitetes Projekt zur Einführung und EvaluationAutor/in: Andreas Spiller, Norbert Gittler-HebestreitInhalt: Die Umsetzung des Gesundheitsstrukturgesetzes und die demografischen Entwicklungen
stellen die Dienstleister im Gesundheitswesen vor Herausforderungen
hinsichtlich einer wirtschaftlichen Gestaltung eines Patientenaufenthaltes
und einer damit verbundenen Etablierung eines zeitnahen und systematischen
Entlassungsmanagements. Ziel des Praxisprojektes ist die Etablierung eines
kriteriengeleiteten Verfahrens zur Pflegeüberleitung unter Einbindung aller erforderlichen
Berufsgruppen. Strukturiert wird das Projekt als Interventionsstudie
nach dem Ansatz des Projektmanagements. In qualitativen Interviews wird die
Ausgangssituation erhoben. Anschließend werden die erforderlichen Instrumente
entwickelt und deren Anwendung getestet. Das Verfahren einer geordneten Pfl egeüberleitung
wird den Mitarbeitern in Schulungen vermittelt. Standardisierte
schriftliche Befragungen erfolgen zur Evaluation. Es wird nachgewiesen, dass ein
abgesichertes Procedere die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt und ebenso
zu einer wirtschaftlichen Gestaltung der Patientenaufenthalte beiträgt.
Der folgende Artikel bildet die Zusammenfassung einer Praxiskooperation zwischen
dem Diplom-Fernstudiengang Pflege/Pflegemanagement und dem Universitätsklinikum
Jena. |
Objektive Wundbeurteilung und Wunddokumentation mit WHATAutor/in: Michael Prinz, Annita Budzanowski, Stefan Stremitzer, Thomas Hülzenbein, Thomas WildInhalt: In Zeiten zunehmender Technisierung der Medizin wird die Bedeutung der Wundbehandlung
und Wunddiagnostik sträflich vernachlässigt. Diverse Analysen der
aktuellen Situation in der Wundbehandlung zeigen Missstände auf. So ist jeder
zehnte Patient von einer Wundinfektion betroffen, für dessen Diagnose keine
ausreichende technische Unterstützung zur Verfügung steht. Das menschliche
Auge ist wiederum nicht in der Lage, den Zustand von Wunden objektiv einzuschätzen.
Aus diesen Gründen wurde das Wundanalyseprogramm WHAT entwickelt,
das anhand digitaler Wundbilder die Wundgrüße und die Anteile der drei
Wundgewebearten Granulationsgewebe, Fibrin und Nekrose exakt bestimmt. |
Prioritätsverteilung von Verwaltungs- und Pflegedienstleitungen bei der Einführung von Pflegesoftwaremodulen in deutschen AkutkrankenhäusernAutor/in: Bjürn Sellemann, Ursula HübnerInhalt: Durch die Einführung des DRG-Systems gewinnt Software in der Pflege, insbesondere
die Pflegedokumentation an Bedeutung, da sie als Hilfsmittel der Abrechnung
und der strategischen Planung einer Einrichtung herangezogen werden
kann. Vor diesem Hintergrund versucht die vorliegende Arbeit, die unterschiedlichen
Prioritätsverteilungen aus Sicht des Pflegemanagements und des Krankenhausmanagements
sowie deren Unterschiede bei der Einführungsplanung von
Pflegesoftwaremodulen darzustellen. Auf der Basis einer Gesamtbefragung aller
deutschen Akutkrankenhäuser wurden die Datensätze ausgewählt, in denen
beide Berufsgruppen aus einem Haus geantwortet hatten (n=95). Die Ergebnisse
zeigen eine klare Favorisierung von Stationskommunikation sowohl in den Prioriäten
wie in den Plänen. Am schlechtesten schnitt die Pflegeplanungssoftware ab.
Pflegedokumentation erhält zwar eine relativ hohe Priorität, wird jedoch in der
Planung unterschiedlich behandelt. So haben die Krankenhausdirektoren klare
Pläne hinsichtlich der Neueinführung, die Pflegedirektoren dagegen verschieben
die Einführung auf einen unbestimmten Zeitpunkt. Dies zeigt deutlich, dass das
Krankenhausmanagement das Potential der Pflegedokumentation als Managementinstrument
erkannt hat. |
4-2005
Evaluation der Weiterbildung in Notfallpflege anhand kritischer klinischer EreignisseAutor/in: Horst Rettke, Jacqueline S. Martin, Wolf LangewitzInhalt: Mit einer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung in Notfall-Pflege wird
beabsichtigt, den Teilnehmenden die erforderlichen Kompetenzen zu vermitteln,
damit sie den Herausforderungen im klinischen Alltag begegnen künnen. Die
vorliegende Studie untersucht auf einer qualitativen Ebene die Wirksamkeit dieser
Weiterbildung. Acht Teilnehmende berichten in halbstrukturierten Interviews
zu Beginn und mindestens ein halbes Jahr nach Abschluss ihrer Weiterbildung
über kritische Ereignisse aus ihrer Berufspraxis. Diese wurden anhand der “Critical
Incidents Technique” ausgewertet. Die Probleme lassen sich drei Kategorien
zuordnen: Patienten und Angehürige, Berufspersonen und Arbeitsstrukturen. Zu
Beginn der Weiterbildung stehen das eigene Erleben und das Wahrnehmen eigener
Defizite im Vordergrund. Nach Abschluss der Weiterbildung erweitert sich
der Wahrnehmungsfokus auf das Umfeld; die Teilnehmenden übernehmen mehr
Verantwortung, nehmen Stärken und Schwächen ihrer Kollegen zur Kenntnis
und sind vermehrt in der Lage, das Geschehen auf der Notfallstation selber zu beeinflussen. |
Autonomie, Verantwortung und Organisation, Kompetenzen welche vom Krankenpfleger/von der Krankenpflegerin abverlangt werdenAutor/in: Franco MantovanInhalt: Mit dieser Studie eines ehemaligen Südtiroler Krankenpflegestudenten wurde
versucht, die Veränderungen aufzuzeichnen, welche sich durch eine neue gesetzliche
Regelung im Bereich der Pflege ereignet haben. |
Das Lernfeldkonzept – im Spannungsfeld von Problemen und ChancenAutor/in: Hannelore Muster-Wäbs, Kordula SchneiderInhalt: Das Lernfeldkonzept lässt sich aus zwei Entwicklungsrichtungen begründen,
nämlich aus der Dynamik in der Arbeitswelt und aus Erkenntnissen der Theorien
über das Lernen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Entstehung
des Lernfeldkonzepts, was unter Lernfeldkonzepten verstanden wird, welche
Anforderungen und Probleme sich bei der Umsetzung ergeben und welche
Rolle die Lehrerpersünlichkeit spielt. |
Gestaltung von Abschluss und Abschied als LeitungsaufgabeAutor/in: Thomas AlpersInhalt: In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie Abschlussphasen von Veranstaltungen
gestaltet werden sollten. Die Gestaltung des Abschlusses und das persünliche
Abschiednehmen sind originäre Leitungsaufgaben. Aus diesem Bewusstsein
ergibt sich die Notwendigkeit zu einem sinnvollen Abschluss statt eines Abbruches.
Die bewusste Gestaltung der Abschlussphase ist keine einfache Angelegenheit
und bedeutet für die Leitung eine Herausforderung. Denn wie sagt Geißler1
so treffend: „Aufhüren kann jeder, Schluss machen nicht“. In der gängigen
Leitungsliteratur finden sich allerdings kaum Hinweise für eine sinnhafte Abschlussgestaltung.
Die Leitung muss sich darüber im Klaren sein, dass Sie in der
Schlusssituation im Rampenlicht steht. Darauf muss sie sich innerlich einstellen
und inhaltlich gewappnet sein, „...doch erleben Gruppenleiterinnen gerade hier
oft schmerzlich die Einsamkeit der Leitungsrolle.' |
Entwicklung eines Curriculums für EntlassungsmanagementAutor/in: Andreas SpillerInhalt: Veränderungen der Finanzierungen von Krankenhausleistungen, demografische und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen erfordern von den Kliniken
eine umfassende und patientengerechte Steuerung des Entlassungsprozesses.
Zunehmend wird diese Aufgabe von den Pflegenden erwartet und durchgeführt.
Ziel der Arbeit ist ein Konzept zu entwickeln, das die erforderlichen fachlichen,
sozialen und methodischen Kompetenzen vermittelt.
In sieben problemzentrierten Experteninterviews werden als Themen bearbeitet:
• Rahmenbedingungen, fachliche Inhalte und Methoden für ein Bildungskonzept
• Rahmenbedingungen für die Aufgabe Pflegeüberleitung.
Das Curriculum umfasst 12 Tage Präsenzunterricht und drei Tage Hospitationen.
Die Inhalte gliedern sich in die Lernfelder Pflege und Entlassungsmanagement
mit je vier untergliederten Themenbereichen. Das Konzept vermittelt
wissenschaftliche Erkenntnisse der Pflege unter Anwendung von Methoden des
Erwachsenenlernens. Es ist durch eine Kooperation zugeschnitten auf die Implementierung
an einer Universitätsklinik. |
Die praktische Anwendung des Evidence-based Nursing Konzepts zur Überprüfung einer adaptierten PflegediagnoseAutor/in: Elisabeth Haslinger-Baumann, Astrid LangInhalt: Ziel der Studie war es, das Konzept Evidence-based Nursing als Strategie anhand
theoretischer Modelle für die Hauskrankenpflege heranzuziehen und damit zu
einer Qualitätsverbesserung und Effizienzsteigerung beizutragen. Es wurden
anhand des IOWA-Flussmodells unter systematischer Vorgehensweise Pflegeziele
untersucht, die in den Arbeitsrichtlinien für die Hauskrankenpflege erstellt worden
sind. Im Rahmen einer Literaturrecherche wurde überprüft, ob ausreichend
Evidenz vorhanden ist. Anschließend erfolgt eine Auswahl relevanter Artikel und
eine kritische Bewertung anhand standardisierter Checklisten. |
5-2005
Das Thema Osteoporose in der Ausbildung von KrankenpflegerinnenAutor/in: Dr. Dilek Kiliç, Dr. Neziha KarabulutInhalt: Die vorliegende Studie beruht auf einer Unterrichtseinheit zum Thema Osteoporose, die für Krankenpflegeschülerinnen durchgeführt wurde und untersucht die Effizienz dieser Unterrichtseinheit auf der Grundlage eines Posttest-Kontrollgruppen-Modells.
In die Untersuchung wurden 460 Krankenpflegeschülerinnen einbezogen, die im akademischen Jahr 2003-2004 an der Atatürk Universität ausgebildet wurden. Bei der Durchführung der Unterrichtseinheit wurde zur Optimierung der interaktiven Wissensvermittlung eine audio-visuell unterstützte Unterrichtsmethode gewählt. Zur Überprüfung der Unterrichtseinheit wurde ein Posttest-Kontrollgruppen-Modell angewendet. Die Daten wurden mit Hilfe eines statistischen t-Tests ausgewertet.
|
Fachpraktische Pflegeausbildung in den Funktionsbereichen am Beispiel der EndoskopieAutor/in: Markus HartlageInhalt: Die Fragestellung für eine fachpraktische Ausbildung im endoskopischen Funktionsbereich lautet: „Was soll ein Auszubildender der Gesundheits- und Krankenpflege in der Endoskopie lernen?“. Dieser Beitrag stellt verschiedene Empfehlungen zu den Lerninhalten gegenüber und stellt Anhand von Kirsten Sanders Lernaufgaben im fachpraktischen Unterricht (1997) verschiedene Beispiele zur Formulierung von Lernaufgaben vor. Diese Empfehlung kann als Basis für Anleitungskonzepte angesehen werden. Der Anleitungsschwerpunkt liegt hierbei ganz bewusst auf den nicht-technischen Aspekten endoskopischer Pflege.
|
Einfluss der Schulbildung auf den Wunsch, den Pflegeberuf zu verlassenAutor/in: Bernd Albers, Martina Borger, Hans Martin HasselhornInhalt: Früheren Berichten zufolge wählen Pflegende mit einer Hochschulzugangsberechtigung den Pflegeberuf eher aus pragmatischen Gründen denn aus Interesse am Beruf. Insbesondere mangelnde berufliche Entwicklungsmüglichkeiten werden als Begründung für dieses geringe Interesse angeführt. Sollte dies zutreffen, wäre bei dieser Gruppe Pflegender mit einer erhühten Fluktuation aus dem Pflegeberuf zu rechnen.
Im vorliegenden Artikel wird anhand von Daten der NEXT-Studie (deutscher Ersterhebungsdatensatz 2002/3) untersucht, welche Beziehung zwischen dem erlangten Schulabschluss und dem Wunsch der Pflegenden, aus dem Beruf auszusteigen besteht. Insgesamt konnten die Angaben von 2731 Pflegenden mit einer dreijährigen Ausbildung analysiert werden.
|
Evidenzbasierte Angehürigenintegration im GesundheitswesenAutor/in: Wolfgang GeorgeInhalt: Nachdem die aktuelle Situation der Angehürigenintegration1 im Gesundheitswesen zusammenfassend berichtet ist, wird eine Vorgehensweise eingeführt, deren Ziel es ist, zu einer evidenzbasierten, also reproduzierbaren Angehürigenintegration im Gesundheitswesen zu kommen. Es wird deutlich werden, dass entlang der bereits durch medizinische und andere Fachgesellschaften, Verbänden und Expertengremien auf den Weg gebrachten evidenzbasierten Leitlinien die notwendigen Integrationsziele abgeleitet (a) und durch die Anwendung eines neuartigen Assessments (b) die Kompetenzen und Ressourcen der Angehürigen substantiell beschrieben werden künnen (c). Durch solch eine Vorgehensweise, die Ähnlichkeiten mit dem Erstellen eines Anforderungs- und Fähigkeitsprofils zeigt, künnen nicht nur die relevanten Integrationsziele und Interventionen hergeleitet werden, sondern darüber hinaus findet die notwendige Abstimmung auf die Fähigkeiten und Potentiale des Angehürigen statt. Als Resultat entsteht ein individueller evidenzbasierter Angehürigenintegrationsplan.
|
Wissens- und Beratungsbedarf von Tumorpatienten zu Neben- wirkungen der ChemotherapieAutor/in: Helle Dokken, Jürg Stukenkemper, Birgit Huber, Anette Thoke-ColbergInhalt: Es gibt einen Zusammenhang von Information und Bewältigungskompetenz für viele Bereiche der Krankheitsverarbeitung. Daher wird die Frage gestellt, ob das Fehlen von Wissen eine zusätzliche Beeinträchtigung während einer Chemotherapie darstellt, da es mügliches Selbstpflegeverhalten der Patienten stark einschränkt.
Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München wurde ein Fragebogen zur Beeinträchtigung durch Nebenwirkungen, zum Informationsbedürfnis und vorhandenen Wissen im Umgang mit Nebenwirkungen der Chemotherapie entwickelt. In der anschließenden Patientenbefragung wurden 100 Tumorpatienten bezüglich einer Pflegediagnose Wissensdefizit untersucht.
|
Perspektiven der Informationstechnologie in der PflegeAutor/in: Egbert OpitzInhalt: Die Informationstechnologie hat längst in sämtliche Bereiche der Pflege Einzug gehalten. Allerdings liegt ihr Schwerpunkt nach wie vor auf der Unterstützung patientenferner Tätigkeiten. Bezüglich einiger inzwischen erfolgreicher Installationen, in denen die elektronische Pflegeprozessdokumentation einschließlich der Abbildung der Fieberkurve umgesetzt wurde, muss beachtet werden, dass sie zumeist mit einem sehr hohen Ressourceneinsatz einhergingen. Die zu lüsenden Kernprobleme umfassender klinischer Informationssysteme betreffen weiterhin die Sicherstellung der Integration, eine angemessene Gestaltung der Benutzerinteraktion, eine ausreichende Prozessunterstützung sowie die adäquate Berücksichtigung soziotechnischer Gesichtspunkte. In ersten Krankenhäusern, die bereits über ein umfassendes klinisches Informationssystem verfügen, wird vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Vermeidung von Fehlern in der Medizin auch im Pflegebereich mit computerunterstützten Erinnerungs- und Warnhinweisen (reminders, alerts) experimentiert. Der Nachweis ihrer Wirksamkeit in diesem speziellen Anwendungsgebiet (z.B. im Bereich der Dekubitusprophylaxe) steht allerdings noch aus und bedarf eines aufwändigen Studiendesigns.
|
Internetpräsenzen deutschsprachiger Pflege- zeitschriften und pflegerischer BerufsverbändeAutor/in: H. Gehlen, L. Grove, B. Nickolaus, A. Oberender, B. Philipp, S. SchwarzInhalt: Im Rahmen eines studentischen Projektes wurde die Qualität der Internetpräsenz von 54 deutschsprachigen Pflegezeitschriften und von 10 pflegerischen Berufsverbänden mittels standardisierter Parameter wie Navigation und Design, Inhalt, Service, formale Aspekte und Technik untersucht. In der Ausarbeitung sind die Ergebnisse anhand von 6 Fragestellungen (z.B. Benutzerfreundlichkeit, Aktualität, Impressum) sowie die Reaktion auf eine Testmail summarisch dargestellt. Sowohl bei den untersuchten Berufsverbänden als auch bei den Pflegezeitschriften zeigt sich, dass die Müglichkeiten des Internets noch nicht konsequent genutzt werden und hier ein ausbaufähiges Potenzial für die Gestaltung von Zielgruppenorientierten Internetauftritten besteht.
|
6-2005
Pflegeberufliche Schlüsselprobleme als Ausgangspunkt für die Planung von fächerintegrativen Unterrichts- einheiten und LernsituationenAutor/in: Ingrid DarmannInhalt: Bei der Umsetzung des Lernfeldkonzepts im Pflegeunterricht werden häufig zunächst die Methoden verändert: sie werden kreativer, abwechslungsreicher und schüleraktivierender. Weniger Beachtung findet dagegen die Auswahl der Inhalte bzw. die inhaltliche Gestaltung von Lernsituationen. In meiner Untersuchung zur „Interaktion im Pflegeunterricht“ habe ich festgestellt, dass die Inhalte des Pflegeunterrichts sich vorwiegend dem Bildungskonzept der „Regelorientierung“ zuordnen lassen und eher ein geringes Bildungspotenzial aufweisen. In meinem Beitrag müchte ich deshalb aufzeigen, wie im Rahmen des Lernfeldkonzepts bil-dungsermüglichende Lernsituationen gewonnen werden künnen. Hierfür beziehe ich mich auf das Konzept der pflegeberuflichen Schlüsselprobleme. Unter einem beruflichen Schlüsselproblem verstehe ich in Anlehnung an Klafki (1993, 56 ff.) typische und zentrale Probleme des Berufsfeldes, anhand derer sich allgemeine Strukturen, Widersprüche, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge des Berufs aufzeigen und aneignen lassen und die multiple Sichtweisen und Handlungsoptionen ermüglichen. Um eine berufliche Problemsituation als Schlüsselproblem definieren und die Bildungshaltigkeit bestimmen zu künnen, bedarf es eines pflegedidaktischen Kriteriensatzes. Ich verwende hierfür eine pflegedidaktische Heuristik, die ich in Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der o.g. Studie entwickelt habe.
|
Einstellung zur Psychiatrie: Eine psychometrische Untersuchung zur Einstellung und EinstellungsänderungAutor/in: Christa Mohr, Hermann Spießl, Karl-Heinz FichtnerInhalt: Anliegen: In der vorliegenden Studie sollte die Einstellung zur Psychiatrie von KrankenpflegeschülerInnen vor und nach einem 6-wüchigen Psychiatriepraktikum evaluiert und die Einflussfaktoren auf die Einstellungsänderung empirisch geprüft werden. Methode: In einem Zeitraum von fünf Monaten wurden alle KrankenpflegeschülerInnen im Psychiatriepraktikum des Bezirksklinikums Regensburg (n=57) in die Evaluation einbezogen, 56 beantworteten die Fragebügen vollständig. Der Fragebogen zum Vorwissen zur Psychiatrie (FVPP) und der Fragebogen zu den Praktikumserfahrungen (FEPP) wurden im Vorfeld der Studie aus zwülf Interviews mit KrankenpflegeschülerInnen generiert. Zur Messung der Einstellung zur Psychiatrie wurde der Fragebogen „Attitudes Toward Psychiatry“ (ATP-35) für die Pflege adaptiert (ATP-35p). Ergebnisse: Die KrankenpflegeschülerInnen zeigen eine positive Einstellung zur Psychiatrie, die sich nach einem positiv erlebten Psychiatrie-Praktikum noch verbessert. Auch der Wunsch nach der Ausbildung in der Psychiatrie zu arbeiten, wird signifikant in positiver Weise von den Erfahrungen während des Praktikums beeinflusst. Das Vorwissen der KrankenpflegeschülerInnen über Psychiatrie zeigt im Gegensatz zu den Praktikumserfahrungen keinen Einfluss auf die Einstellung bzw. Einstellungsänderung.
|
Frontalunterricht oder problemorientiertes Lernen?Autor/in: Christa Them, Eva Schulc, Elfriede Fritz, Werner Massinger, Johann BehrensInhalt: Vor dem Hintergrund sich widersprüchlicher Auffassungen über Vor- und Nachteile von Frontalunterricht bzw. problem-orientiertem Lernen wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem parallel beide Lehr-, Lernmethoden im Fachgebiet „Pflege bei neurologischen Erkrankungen“ zum Einsatz kamen. Ziel des Projekts war es, herauszufinden, ob die Schüler je nach Lehr-, Lernmethode bei Prüfungen unterschiedliche Ergebnisse aufweisen – und zwar sowohl nach einem kurzen als auch nach einem langen Zeitraum.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Schüler über einen kurzen Zeitraum (d.h. 4 Wochen nach Beendigung des Unterrichts) sehr gut an das mit der Methode des Frontalunterrichts Erlernte erinnern konnten, über einen längeren Zeitraum (7 Monate nach Beendigung des Unterrichts) indes einen Teil des Wissens wieder vergessen hatten. Jene Schüler dagegen, die ihr Wissen mit der Methode des problemorientierten Lernens erworben hatten, waren besser in der Lage, dieses Wissen über einen längeren Zeitraum zu behalten.
|
(Fach-) Weiterbildungen der Pflege in der DRG-KostenzangeAutor/in: Marcel SailerInhalt: Im Zuge knapper Kassen und existenzieller Bedrohungen von Kliniken werden neben Investitionen in Sachkapital vor allen Dingen die Nettoinvestitionen in Humankapital einer genauen Überprüfung unterzogen. Die berufliche Landschaft der Pflegeberufe in Kliniken war im vergangenen Jahr insbesondere durch Personaleinsparungen und Einstellungssperren geprägt. Auch in der betrieblichen Bildung müssen Ausgaben reduziert werden, was unter anderem eine konkrete Auswirkung auf fachbezogene Weiterbildungen wie in der Intensivpflege und Anästhesie, im Operationsdienst, in der Onkologie, der Nephrologie (…) aber auch in leitenden Bereichen wie der Stations- oder Bereichsleitung mit sich bringt. Während in der Bundespflegesatzverordnung (§ 7 Abs. 1 S.5) dem Träger ein finanzieller Raum für die Fort- und Weiterbildung gegeben wurde, müssen die Ausgaben der Personalentwicklung aus dem Entgelt der Fallpauschalen undefiniert erwirtschaftet werden. Wie viele Ressourcen dafür zukünftig zur Verfügung stehen, wird sich wohl erst noch zeigen. Die Fragen der Wirtschaftlichkeit führen auf jeden Fall zur Überprüfung von Weiterbildungssystemen, Effizienzuntersuchungen werden im Mittelpunkt des Interesses stehen. Während die Effizienz pflegerischer Maßnahmen durch aus- und weitergebildetes Personal international signifikant belegt wurde (vgl. Dang et al., 2002; Hall et al., 2003; Yang, 2003; Needleman, 2002 u.a.), besteht in Deutschland hinsichtlich des Pflegeoutcomes noch ein erheblicher Forschungsbedarf.
|
Im Zwielicht von Strafrecht und Autonomie: Die Einstellung der Bevülkerung zur SterbehilfeAutor/in: Arbeitsgruppe „Sterbehilfe in der Diskussion“Inhalt: Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland als eine „Tütung auf Verlangen“ unter Strafe gestellt. Bezogen auf die aktive Form der Sterbehilfe im Sinne einer „Tütung auf Verlangen“ bedeutet dies, dass die Gesetzeslage hier der Einstellung einer Mehrheit von rund 80 Prozent der Bevülkerung entgegensteht – dies sollte zumindest Anlass sein für eine weitere kritische Diskussion dieser Problematik. Passive Sterbehilfe ist nach deutschem Strafrecht nicht ausdrücklich verboten, für diese Form der Sterbehilfe stellte sich in den Untersuchungen von 1992 und 1997 unter der Bevülkerung in Deutschland eine noch hühere Akzeptanz heraus als für die aktive Form.
|
Der nationale Expertenstandard: SchmerzmanagementAutor/in: Hubert R. JochamInhalt: Wie in allen Industrienationen steigt auch in Deutschland die Zahl der Krebserkrankungen. Durch Verbesserungen in der Behandlung nimmt die Überlebenszeit der Betroffenen zu. Da das Tumorleiden – gerade in fortgeschrittenen, nicht mehr kurablen Stadien – in der Mehrzahl der Fälle mit Schmerzzuständen einhergeht, sollte eine effektive algesiologische Behandlung hüchste Priorität haben. In der Schmerzbehandlung sind zwar noch nicht alle Probleme gelüst, doch stehen uns inzwischen wirksame und neue Therapiekonzepte zur Verfügung, die jedoch noch intensiver und adäquater umgesetzt werden müssen.
|
7-2005
Nachdiplom-Fachlehrgang Pflege für BerufsschullehrerinnenAutor/in: Maria Müller Staub, Elisabeth VogtInhalt: Am Ausbildungszentrum Insel, Universitätsspital Bern/Schweiz, fand von April 2001 bis August 2003 der erste fachvertiefende Lehrgang in Pflege für BerufsschullehrerInnen1 statt. Der Lehrgang wurde vom Bereich Weiterbildungen angeboten und richtete sich an erfahrene BerufsschullehrerInnen, die in den Weiterbildungen (Hühere Fachausbildung in Pflege, Intensiv-, Operations- und Anästhesiepflege) unterrichten.
Der Lehrgang hatte die pflegefachliche Vertiefung zum Ziel und bereitet BerufsschullehrerInnen in der Pflege dazu vor, den durch die neue Bildungssystematik bedingten, steigenden Anforderungen zum Ausbilden auf dem tertiären Niveau weiterhin kompetent zu begegnen. Die Module umfassten Lerntheorien, Gesundheitsfürderung, Pflegediagnosen und -interventionen, Kommunikation, professionelle/pflegerische Beziehung, Pflegemodelle und Rolle der Pflege, PC-Einsatz im Unterricht/Datenbankabfrage (e-learning), theoretisches Denken (critical thinking), Grundlagen der Wissenschaftstheorie, Methoden und Techniken der Forschung, evidenzbasierte Pflege, Organisationsformen der Pflege (transdisziplinäre Pflege, Case Management, Primary Nursing), interdisziplinäre Zusammenarbeit/Organisation, Qualitätsentwicklung und pflegerische Beratung.
|
Planung einer Unterrichtsreihe zum Thema: „Die Bedeutung der Musik für alte Menschen“Autor/in: Helmut SiefertInhalt: Musik gilt als das emotional wirksamste Kommunikationsmittel in der Kultur der Menschen. Außerdem verfügt jeder in irgendeiner Weise über musikalische Erfahrungen. Ausgangsgrundlage dieser Arbeit ist, welche Wirkungen und Funktionen die Musik bei älteren Menschen haben. Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) hat einen Entwurf zur neuen Altenpflegeausbildung herausgegeben, in dem Musizieren und Singen ein fester Bestandteil im Lernfeld „Alte Menschen bei der Tagesgestaltung und bei selbst organisierten Aktivitäten unterstützen“ (Bundeseinheitliche Altenpflegeausbildung, Seite 160) sein wird.
|
Die Entwicklung gemeindenaher psychiatrischer Pflege in GroßbritannienAutor/in: Michael Schulz, Johann BehrensInhalt: Bereits 1954 wurde in Großbritannien im Zuge der Deinstitutionalisierung und einer daraus sich entwickelnden gemeindenahen Versorgung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen damit begonnen, psychiatrische Pflege im direkten Umfeld der Patienten einzusetzen und zu entwickeln. Demgegenüber fehlt ein entsprechendes Angebot in Deutschland bis heute weitgehend. Community Psychiatric and Mental Health Nurses (CPNs) haben seither einen wesentlichen Anteil an der Versorgung psychisch kranker Menschen in der Gemeinde und führen im Vergleich zu Deutschland relativ spezialisierte Tätigkeiten durch. Die Entwicklung verlief – bei erkennbaren positiven Wirkungen für psychisch Kranke – nicht ohne Abbrüche und Überforderungen. Im Rahmen der Literaturanalyse wird deutlich, dass sich die Tätigkeitsfelder im Laufe der Zeit verändert haben. Der Beitrag gibt einen Einblick in einen pflegerischen Teilaspekt eines europäischen Nachbarlandes, indem er auf Entwicklungsschritte, Tätigkeitsprofile und Ausbildungsinhalte eingeht und so Entwicklungsschritte von Pflege deutlich macht, die es so in Deutschland trotz namensgleichheit und vergleichbarer historischer Anknüpfungspunkte nicht gegeben hat. Abschließend werden Ähnlichkeiten und Unterschiede diskutiert, sowie Implikationen für die Pflege für Deutschland erwogen.
|
Die Europäische NEXT-Studie zum vorzeitigen Ausstieg aus dem PflegeberufAutor/in: Gabriele AchenbachInhalt: Die NEXT-Studie – Nurses Early Exit Study, eine von der Europäischen Kommission gefürderte quantitative Längsschnittstudie, untersucht länderübergreifend in 10 Ländern Europas (Polen, Niederlande, Deutschland, Slowakei, Schweden, Belgien, Frankreich, Italien, Großbritannien, Finnland) die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsmotivation in der professionellen Pflege. Sie geht der zentralen Fragestellung nach: Was bewegt professionell Pflegende dazu, frühzeitiger als andere Berufsgruppen, den Beruf zu verlassen? Denn langfristig wird die demografische Entwicklung schwer wiegende Auswirkungen auf die Gesundheits- und Pflegeversorgung haben. Daher stellt sich die Frage, was zu tun ist, um professionell Pflegende länger im Beruf zu halten. Die Gründe für die hohe Fluktuation in den Pflegeberufen1, besonders in Deutschland und den frühzeitigen Ausstieg aus den Pflegeberufen versucht die NEXT-Studie erstmalig aufzuklären. Neben Arbeitsbedingungen und -zufriedenheit untersucht sie kürperliche Belastungen, Arbeitszeiten, Führung, Arbeitsplatzsicherheit und Konflikte zwischen Familie und Arbeit, aber auch Arbeitsbeanspruchung und Bournout. Der Berufsausstieg wurde über die Stressmodelle „EPI – effort reward imbalance” (Siegrist) und „DCM – demand control model“ (Karasek & Thorell) analysiert.
|
Positionspapier zur Grundsatz- stellungnahme „Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen“Autor/in: Maria Magdalena SchreierInhalt: Dem weithin diskutierten Problem der Mangelernährung bei alten und pflegebedürftigen Menschen, vor allem in der stationären Altenpflege, widmet sich eine Arbeitsgruppe des MDS mit einer Grundsatzstellungnahme ‚Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen’, Abschlussbericht Projektgruppe P 39, des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS), Juli 20031. Diese Grundsatzstellungnahme kann zu einer Schärfung des Problembewusstseins für Mangelernährung und Risiken für Ernährungsdefizite alter Menschen bei Mitarbeitern in den Pflegeeinrichtungen hervorragend beitragen. Allerdings erfordern einige Empfehlungen nach Auffassung der Nationalen Pflegeassessmentgruppe Deutschland eine differenziertere Betrachtungsweise.
|
Zur aktuellen Lage der pflege- sensitiven Outcomemessung – eine ÜbersichtAutor/in: Renate StemmerInhalt: Der zunehmende gesundheitspolitische und ükonomische Druck sowie die sich verändernden Ansprüche der Pflegeleistungsempfänger (u.a. Patienten in Krankenhäusern, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Pflegebedürftige und deren Angehürige in der ambulanten Versorgung)1 erfordern, dass die Pflege die Effektivität und Effizienz ihrer Leistungen nachweisen muss. Die Verteilung der relativ knappen Mittel orientiert sich verstärkt an belegbaren Ergebnissen bzw. an der Ergebnisqualität. Dabei ist es erklärtes Ziel aller Beteiligten, eine qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern. |
Praxisorientierte Auswahl einer EDV-gestützten Pflegedokumentation durch ein PflegeheimAutor/in: Lars Hebel, Rüdiger OstermannInhalt: Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll darauf eingegangen werden, wie die Leitung eines Pflegeheimes, die über ein grundständiges EDV-Wissen verfügt, sich jedoch nicht als ausgewiesene Fachkraft der Pflegeinformatik bezeichnet, vorgehen kann, um die Auswahl eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems zu treffen. Darüber hinaus wird auch noch auf weitere positive Aspekte eines derartigen Systems eingegangen.
|
9-2005
Evidence-based Nursing: Definition, Methoden, UmsetzungAutor/in: Eva-Maria PanfilInhalt: Evidenzbasierte Medizin und Pflege: „Alter Wein in neuen Schläuchen“, „das Ei des Kolumbus“ (Panfil/Wurster 2001), der „missing link zwischen Forschung und Praxis“ (Thiele et al. 2001) oder ein vorbeigaloppierendes Pferd, auf das die Pflege nicht aufspringen sollte (Mayer 2004)? Über Evidence-based Nursing (EBN) ist seit Entstehen des Begriffes viel und kontrovers diskutiert worden. Der folgende Beitrag stellt eine Einführung in die Thematik dar, wohlwissend, dass Problematiken allenfalls angeschnitten werden künnen. Dabei werden der Begriff „Evidence“ und dessen Legitimation erläutert, das Konzept EBN bzw. Evidence-based Medicine (EBM) und dessen Arbeitsschritte, Implikationen und Müglichkeiten der Umsetzung vorgestellt. Der Beitrag schließt mit einer ersten Würdigung des Konzeptes EBN. Über EBN kursieren verbreitete Irrtümer, die ebenfalls korrigiert werden sollen.
|
Wie gelangt neues Wissen in die Praxis der Pflege?Autor/in: Hermann BrandenburgInhalt: Es geht in der Pflegewissenschaft nicht nur darum neues Wissen zu generieren, sondern auch Wege und Müglichkeiten aufzuzeigen, wie neues Wissen in die Praxis überführt und konkret in der täglichen Arbeit genutzt werden kann. Man künnte diese Problematik als „Theorie-Praxis-Transfer“ bezeichnen. Grundsätzlich sind alle anwendungsorientierten Wissenschaften mit dieser Thematik konfrontiert, die Pflegewissenschaft aber im Besonderen, denn sie versteht sich explizit als Praxiswissenschaft (vgl. Brandenburg et al. 2005, 2006). In dem vorliegenden Beitrag müchte ich wie folgt vorgehen2. Zunächst sollen die nationalen Expertenstandards angesprochen werden. Diese sind aus meiner Sicht wichtig und hilfreich und ein wichtiger Ansatz für den Theorie-Praxis-Transfer in Deutschland. In einem zweiten Schritt geht es mir um ein theoretisches Modell für die Umsetzung von Forschungsbefunden. Dieser Aspekt ist deswegen bedeutsam, weil man ein Implementierungsmodell, d.h. Abläufe, Verfahren und Vorgehensweisen braucht, um neues Wissen in die Praxis überführen zu künnen. Hierüber wird viel zu wenig nachgedacht und geforscht. In einem dritten Schritt gehe ich detaillierter auf die amerikanische Debatte ein und stelle eine Müglichkeit der Nutzung von neuem Wissen (in diesem Falle durch Forschungsbefunde) vor. Als Beispiel dienen die an der Universität von Iowa (College of Nursing) entwickelten „forschungsbasierten Protokolle“. Den Abschluss bilden Aussagen zu den Grenzen von Wissenschaft und Forschung in der Pflege alter Menschen. Ziel meiner Ausführungen ist es für eine intensive und kritische Beschäftigung mit dem Theorie-Praxis-Transfer in der Pflege zu motivieren und konkrete Hinweise für die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu geben. Insgesamt thematisiert der Beitrag ein ganz zentrales Problem der professionellen Pflege alter Menschen: Wie kann es gelingen die Praxis am „state of the art“ auszurichten und welche Schwierigkeiten sind dabei zu erwarten?
copyright-notice: The Iowa-Model: Used/Reprinted with permission from Marita G. Titler, PhD, RN, FAAN, University of Iowa Hospitals and Clinics, Iowa City, IA USA. Copyright 1998 |
Schulung und Anleitung in der stationären Krankenpflege zur Fürderung der Selbständigkeit bei älteren MenschenAutor/in: Birgit Thomas, Bruno Wirnitzer, Christa Gottwald, Prof. Dr. Johann BehrensInhalt: Ziel der empirischen Studie war die Integration der Interventionen Schulung und Anleitung als pflegerische Aufgaben in den Stationsablauf. Hierbei wurden die Auswirkungen auf den Pflege- und Krankheitsverlauf aufgezeigt. Dabei soll erreicht werden, dass Patienten/Angehürigen notwendige Kompetenzen vermittelt bekommen, um ihre Selbstständigkeit zu bewahren, Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen, um die Belastung der häuslichen Pflege besser einzuschätzen zu künnen. Des weitern sollten Pflegekräfte sensibilisiert werden, dass Schulung und Anleitung im Pflegeprozess Aufgaben der professionellen Pflege sind, die patientenorientiert geplant und dokumentiert Veränderungen am Patienten sichtbar machen. Im Rahmen der Interventions-/Kontrollstudie, wurden bei 87 Patienten Schulungen, Anleitung und Selbständigkeitstest durchgeführt. Insgesamt wurden 174 Patienten in die Studie einbezogen. Patienten mit eingeschränkter Mobilität nach hüftnahen Frakturen stellten die Studienpopulation dar. Patienten, die durchschnittlich 16 Tage auf der unfallchirurgischen Station geschult und angeleitet worden sind, waren erheblich selbständiger als nicht geschulte Patienten. In der häufigsten Altersklasse zwischen 77 und 84 Jahren verkürzte sich die Krankhausverweildauer um 10 Tage. Des weiteren wurde die Beziehungsgestaltung aus Sicht der Pflegenden, Patienten und Angehürigen als wichtigster Aspekt bei allen Pflegebildungsmaßnamen erlebt. Durch die Pflegeinterventionen Schulung und Anleitung kann die geplante Weiterversorgung eines Patienten im häuslichen Bereich optimiert werden. Die sozialen und pflegerischen Handlungskompetenzen von Betroffenen werden gestärkt, weil sie aktiv am Schulungs- und Pflegeprozess beteiligt sind. Dadurch erhalten vor allem Angehürige mehr Sicherheit bezüglich der häuslichen Weiterversorgung und lernten Ressourcen sowie die eigenen Grenzen kennen.
|
Strategie für die Evidence-based Practice und Forschung in der Pflege und Therapieberufe am Inselspital Bern 2005-2009Autor/in: Virpi HantikainenInhalt: Das Inselspital Bern hat die Anforderungen an Evidence-based Practice und Forschung in den Bereichen Pflege und Therapie erkannt und die Entwicklung und Umsetzung der Strategie in den Bereichen Pflege und medizinisch-therapeutische Berufe am Inselspital Bern 2005-2009 in Auftrag gegeben. Diese Strategie führt zum Angebot einer qualitativ hochstehenden, effektiven und effizienten Pflege- und Therapieleistung. Dabei wird multiprofessionell und interdisziplinär zusammengearbeitet und ein gutes Kosten-Nutzen Verhältnis eingehalten.
Das grundlegende Prinzip der Strategieentwicklung war die aktive Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen und auf allen Ebenen der Spitalorganisation. In diesem Beitrag werden die Ausgangslage, Entwicklung und der heutige Stand der Strategie im Inselspital präsentiert.
|
AG „Evidence-based Nursing“ – sinnvolles Konzept der Implementierung von EBN an einem Krankenhaus?Autor/in: Gero Langer, Martin PflanzerInhalt: Im Rahmen des dreijährigen Projektes »AG Evidence-based Nursing« wurden interdisziplinäre Behandlungsstandards evidence-based erarbeitet. Dabei kamen unterschiedliche methodische Ansätze zum Einsatz, um externe Evidence durch Pflegende aufzuarbeiten und in die tägliche Praxis zu integrieren. Hierbei hat sich gezeigt, dass die EBN-Methode prinzipiell direkt von Pflegenden angewendet werden kann, sofern ausreichend personelle, strukturelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
|
Evidence-based Nursing in der HauskrankenpflegeAutor/in: Elisabeth Haslinger-Baumann, Evelin BurnsInhalt: Das Forschungsinstitut des Wiener Roten Kreuzes übernahm 2004 die Evidence-based Überprüfung der adaptierten Pflegediagnose „Bewegungseinschränkung Stufe 1-4“ aus der Arbeitshilfe zur Erstellung von Pflegeplänen in der Hauskrankenpflege. Das Ziel der Überprüfung bestand darin, die in der Pflegediagnose beinhalteten Interventionen auf wissenschaftliche Belegbarkeit zu untersuchen und eine Aussage zu treffen ob die Pflegeziele mit den überprüften Interventionen zu erreichen sind. Die nach Evidence-based Richtlinien durchgeführte Überprüfung musste nach der Recherche von über 10.000 englisch- und deutschsprachigen Artikeln auf das für die Hauskrankenpflege hochbrisante Teilgebiet Sturzprävention eingeschränkt werden. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass durch Maßnahmen welche einen multifaktoriellen und multidisziplinären Zugang vor Ort repräsentieren, die hohe Sturzrate der älteren Klientinnen der Hauskrankenpflege positiv beeinflusst werden kann. Ein wesentlicher Anteil der Maßnahmen kann durch die Gesundheits- und Krankenpflegeperson im Rahmen ihrer Tätigkeit in der Hauskrankenpflege erfüllt werden.
|
www.ebn.at – Evidence-based NursingAutor/in: Richard Weiß, Susanna Schaffer, Barbara Semlitsch, Gabriele Sohnegg, Christine Uhl, Günther WidhalmInhalt: Um die Pflegequalität nachhaltig zu sichern, bedarf es wissenschaftlicher Belege in der Pflege. Zahlreiche Fragen aus der Pflegepraxis benütigen gut abgesicherte Antworten. Durch die Bildung von Kooperationen und die Implementierung einer interaktiven Webplattform künnen wir diesen Anforderungen gerecht werden. Die EBN-Seite www.ebn.at ist ein wichtiger Baustein, um dieses Ziel zu erreichen.
|
Einschätzung des Bedarfs an professionellen Pflegeleistungen der spitalexternen Pflege (Spitex)Autor/in: Michal Naldi-SchwarzInhalt: Die Studie wurde im Auftrag des Spitex Verbandes des Kantons Baselland (SVBL) im Rahmen einer Fürderung professioneller Entwicklung innerhalb der Spitex durchgeführt. Das Ziel war, ein erweitertes Bild über den Bedarf an Spitex-Dienstleistungen im Kanton Baselland zu erhalten. Die Ausgangslage war die Annahme des SVBL, dass nicht alle potentiellen Zielgruppen von der Spitex erreicht werden, weil das vorhandene Dienstleistungsangebot der Spitex-Organisationen nicht all jene Dienstleistungen enthält, welche für die Bedarfsabdeckung der potentiellen Zielgruppen notwendig wären. Diese Annahme basierte einerseits auf der seit 1997 geführten Spitex-Statistik und andererseits auf Erfahrungswerten.
|
Zahlen – Daten – Fakten Communicating the evidenceAutor/in: Karl ReifInhalt: Pflegekräfte und Pflegebedürftige werden im Zusammenhang mit der wachsenden Verbreitung von Forschungsanwendung in der Pflege zukünftig viel mehr als bisher mit Zahlen, Daten und Fakten aus klinischen Studien konfrontiert werden. Dabei ist unklar, wie Studienergebnisse am besten vermittelt werden künnen, um bei Pflegekräften die Anwendung von Forschungsergebnissen zu fürdern, und bei Patienten/Pflegebedürftigen bzw. Angehürigen informierte Entscheidungen und damit eine verstärkte Patientenpartizipation zu unterstützen.
Zur Ermittlung beispielhafter Antworten auf die Frage, welche Probleme bei der Informationsvermittlung von Forschungsergebnissen auftreten künnen, wurde eine Literatursuche in pflegerischen und medizinischen Datenbanken durchgeführt, und es wurden Fachbücher durchgesehen.
|
10-2005
Die Kinderkrankenpflege in der integrierten PflegeausbildungAutor/in: Helga Duschl, Angelika Dreßler, Julia RahnInhalt: Seit ca. 100 Jahren ist die Kinderkrankenpflege ein eigenständiger Bereich in der Pflege. Bereits im 18. Jahrhundert hatten Ärzte mit Verüffentlichungen über Kinderkrankheiten den Grundstein für das Fachgebiet Pädiatrie1 gelegt, erste Kinderkrankenhäuser wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und bedürfen deshalb einer besonderen Behandlung und Pflege. Diese Überzeugung war nicht nur der Anfang einer kinderspezifischen medizinischen Versorgung, sondern auch der Anfang der beruflichen Kinderkrankenpflege als notwendige Spezialisierung.
Seit einigen Jahren wird bereits in unterschiedlichen Modellversuchen integriert/integrativ2 ausgebildet, das heißt, Kinderkrankenschwestern, Krankenschwestern und Altenpflegerinnen erhalten eine gemeinsame Grundausbildung und spezialisieren sich erst in der zweiten Hälfte oder im letzten Abschnitt ihrer Ausbildung.
|
Theorie und Praxis pflegerischer Fachcurricula: UmsetzungsproblemeAutor/in: Ulrike Greb und Studierende der Pflegepädagogik (4. Sem.) der KFHN-Osnabrück, FB GesundheitspflegeInhalt: Der Artikel stellt Auszüge der Gruppenergebnisse eines didaktischen Fachseminars zusammen, das sich mit den Umsetzungsproblemen pflegerischer Fachcurricula befasste. Drei repräsentative Curricula für die Pflegeausbildung wurden untersucht: Das Hessische Curriculum (DBfK), das AKOD Curriculum (Georg Wodraschke u.a. Hrsg.) und das Curriculum »Gemeinsame Pflegeausbildung« (Marion Menke und Uta Oelke). Parallel wurden Lehrende von 17 Kranken- und Altenpflegeschulen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern über Umsetzungsschwierigkeiten in der täglichen Arbeit mit den an ihren Schulen eingeführten Fachcurricula befragt. In Teil I des Aufsatzes stellen wir zunächst die Ergebnisse der Erkundung vor und in Teil II folgen die Analysen der drei Curricula für die Pflege.
|
Gesundheits- und
KrankenpflegeschülerInnen
Autor/in: Gregor Pleiss
|
Pflegerelevante Nebendiagnosen – keine NebensacheAutor/in: Christine Fiedler MScN, Lydia Mehlhorn, Mandy SchrüdterInhalt: Mit der Einführung der DRGs im Januar 2004 ist ein neues Klassifikationssystem in Kraft getreten, welches die Krankenhausleistungen leistungsorientiert vergütet. Es stellt sich die Frage in wieweit auch die Pflege von diesen Veränderungen im Gesundheitswesen betroffen ist. In diesem Artikel wird eine Dokumentationsanalyse vorgestellt, welche überprüft ob und wie erlüssteigernde pflegerelevante Nebendiagnosen in Pflegedokumentationen erfasst werden. Als Resultat dieser Analyse entstand das Handbuch CCL-relevanter Nebendiagnosen, welches dem Pflegedienst eine Hilfe bei der Umsetzung der Kodierrichtlinien geben soll.
|
Pflegeversicherung und Demenz – wohin entwickelt sich die Pflegeversicherung?Autor/in: Frank HaastertInhalt: Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit der Entwicklung der Pflegeversicherung aus dem Blickfeld demenziell erkrankter Pflegebedürftiger. Es wird zuerst der Grundgedanke der Pflegeversicherung und dessen Folgen für Demenzkranke näher beleuchtet (Problem des neugeschaffenen sozialrechtlichen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und der damit verbundene eingeschränkte Leistungszugang für demenzkranke Pflegebedürftige). Besondere Beachtung finden dabei das Erste SGB XI-Änderungsgesetz sowie das Pflege-Qualitätssicherungsgesetz und das Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz.
Des weiteren wird die mügliche zukünftige Entwicklung der Pflegeversicherung anhand der Reformvorschläge der so genannten Rürup-Komission und Herzog-Komission sowie anhand diverser Bundestagsanträge und -anfragen diskutiert. Besondere Beachtung hierbei finden die Vorschläge zur stärkeren Einbindung demenzkranker Pflegebedürftiger ins Leistungssystem der Pflegeversicherung.
|
Flächendeckendes Case-Management im Klinikum der Universität zu KülnAutor/in: Rudolf Pape, Rene A. BostelaarInhalt: Nach Beendigung eines einjährigen Pilotprojektes zur Reorganisation der bettenführenden Abteilung (Ebene 12) der Klinik III für Innere Medizin Kardiologie, Pneumonologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin wird in den nächsten Jahren das Case-Management im gesamten Klinikum eingeführt.
Ewers/Schaeffer (2000) definieren das Case-Management als methodischen Ansatz, der „... die Aufgaben und Abläufe aller in der Patientenversorgung tätigen Professionen zu koordinieren, mit dem Ziel, die Leistungserbringung müglichst effizient und effektiv zu gestalten.“ Initiiert und durchgeführt wurde dieses Projekt von der Pflegedirektion. Theoretische Abhandlungen über das Case-Management sind in der letzten Zeit in allen Fachzeitschriften zu lesen. Dieser Artikel verzichtet auf theoretische Erläuterungen, sondern berichtet über die Praxis des Klinikalltages. Der Projektverlauf, Ergebnisse und Erfahrungen werden dem Leser dargestellt.
|
Empowerment von PatientInnen mittels internetbasierter InformationAutor/in: Lisa DeutschmannInhalt: Der folgende Artikel befasst sich mit der Frage, inwieweit das Internet durch die Bereitstellung von Informationen zu Gesundheit und Krankheit einen Beitrag zum Empowerment der PatientInnen leisten kann. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Müglichkeiten der Information und Kommunikation das Internet bietet und welche Rahmenbedingungen zur Implementierung und Nutzung von PatientInnen-Information im Internet zu berücksichtigen sind. Es sollen Müglichkeiten (aber auch Grenzen) des Empowerments von PatientInnen und deren Angehürigen mittels internetbasierter Information aufgezeigt werden.
|
Projekt – Dienstplanung mit ExcelAutor/in: Thomas BärInhalt: In Zeiten enger werdender Budgets findet eine besonders effektive Dienstplanung in den Einrichtungen des Gesundheitswesens eine immer wichtigere Bedeutung. Auf der einen Seite gilt es vorhandene Ressourcen müglichst optimal einzusetzen um eine gute Versorgung der Patienten und Bewohner zu gewährleisten, auf der anderen Seite sollen die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Kollegen bei der Planung der Dienste berücksichtigt werden.
Verschiedenste Softwareanbieter versorgen diese Bedürfnisse der Unternehmen im Gesundheitswesen mit leistungsstarken Programmen. Diese Programme sind in der Lage nach Abschluss des Planungszeitraums die gewonnenen Informationen automatisiert in Lohnbuchhaltungsprogramme zu übertragen und garantieren so eine effektive Weiterverarbeitung.
|
11-2005
Modeling mit Metalog zur Intensivierung der Ausbildung in der PflegepraxisAutor/in: Jürg BrühlmannInhalt: Wenn Praxislehrpersonen unterrichten, bleibt das eingesetzte implizite und explizite Wissen für beobachtende Studierende meist nur schwer erkennbar. Berufliches Handeln wird deshalb meist in Vor- und Nachgesprächen sowie manchmal auch über Videoaufnahmen transparent gemacht und reflektiert. Die Lernmüglichkeiten in der berufspraktischen Situation künnten noch intensiver genutzt werden, wenn Lehrpersonen ihr handlungssteuerndes Wissen bereits während der berufspraktischen Situation für ihre beobachtenden Studierenden zugänglich machen.
Die hier vorgestellte Ausbildungsmethode „Modeling mit Metalog“ ermüglicht den Studierenden eine simultane Verarbeitung von professionell fokussierter Wahrnehmung und situativer Reflexion bereits im Kontext der beobachteten beruflichen Situation. Handlungsleitendes und meist implizites Wissen wird explizit gemacht und mit dem Kontext verknüpft. Die Beobachtung der Studierenden wird gelenkt.
Die Erfahrungen in der Weiterbildung von mehreren hundert Praxislehrpersonen in der Schweiz und in Südtirol zeigen erfreuliche Ergebnisse: Die Praxisaus-bildnerinnen erleben die Ausbildungsmethode meist als professionelle Herausforderung anregend für die berufliche Reflexion. Die Studierenden fühlen sich durch die neue Intensität der beobachteten Situation angesprochen und integriert. Die Methode eignet sich besonders für neue Situationen, ist sehr ergiebig für den Lernprozess und schont die personellen Ressourcen der ausbildenden Berufspraxis.
|
Evaluation eines Supervisionsprozesses im Rahmen einer SupervisionAutor/in: Renate SchwarzInhalt: Dieser Artikel beschreibt exemplarisch den Verlauf und die Ergebnisse einer Supervision eines Teams in einer gynäkologischen Klinik. Im Zentrum der Supervision stehen die Teamprobleme innerhalb des Teams der Hebammen und der Stellung des Teams im Haus.
|
Fusionen erfolgreich gestaltenAutor/in: Regina Frümming-OhmkeInhalt: In diesem Beitrag wird aufgezeigt, wie die systematische Berücksichtigung weicher Faktoren in der Vorbereitung, Durchführung und Nachkontrolle die Risiken eines Scheiterns reduziert und Fusionsprozesse positiv beeinflussen kann.
Ergänzend dazu wird beschrieben, wie es der Leitung gelingt, ihre Leitungsidentität in dem neuen Team zu entwickeln.
|
Welchen Einfluss hat die EU auf die deutsche Sozialpolitik?Autor/in: Frank HaastertInhalt: Schon seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts verüffentlichte die Europäische Kommission Mitteilungen über die Reformnotwendigkeit der Sozialsysteme der Mitgliedsstaaten. Mit der Einführung der „offenen Koordinierungsmethode“ als neues politisches Werkzeug wird auf europäische Ebene versucht, konkret Einfluss auf die Reformbemühungen der einzelnen Mitgliedsstaaten zu nehmen. Die deutschen Parteien suggerieren in den Reformdiskussionen der Bevülkerung die nationalstaatliche Unabhängigkeit in den Reformfragen. Ein müglicher Einfluss von Seiten der EU wird gerne verschwiegen. Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich daher mit der Sozialpolitik der Europäischen Union und stellt den Einfluss auf die deutsche Reformpolitik in den Bereichen Gesundheitsdienste und Langzeitpflege dar.
|
Pflegequalifikation bestimmt Pflegequalität?!Autor/in: Thomas Albiez, Bernadette Bächle, Birgitt Grässle, Matthias Naegele, Kerstin Schramm, Jürg TreiberInhalt: In dieser Literaturstudie wird der Zusammenhang der Qualifikation von Pflegenden und der Ergebnisqualität in Langzeitpflegeeinrichtungen der Altenpflege untersucht. Aus den Ergebnissen der Literaturstudie werden Aussagen zur Pflegequalität, der Qualifikation des Personals, sowie der Problematik der Outcome Messung dargestellt. In einem Modell werden die Perspektiven der Pflegeempfänger sowie des Personals bezüglich der Pflegequalität zusammenfassend gegenübergestellt.
Wesentliches Resultat ist die Erkenntnis, dass eine bestimmte Fachkraftquote die Pflegequalität verbessern kann, dies aber nicht alleine von der formalen Qualifikation der Pflegenden abhängig ist.
|
Über das Verstehen von Entscheidungsfindungsprozessen der Pflegepersonen zu „Evidence based Practice“Autor/in: Evelin BurnsInhalt: Pflegende sind mit einer großen Anzahl von Entscheidungen während ihrer täglichen Arbeit konfrontiert. Die wissenschaftstheoretische Analyse der Entscheidungsfindung kann mittels dem rationalen und dem phänomenologischen Zugang erklärt werden. Die Anwendung von rationalen Entscheidungsfindungsmodellen in der Pflege zur Unterstützung des Entscheidungsfindungsprozesses gehürt noch nicht zum Alltag in der Pflege. Durch die Anwendung von Modellen wird die Müglichkeit geschaffen Entscheidungen transparent zu machen. Die Pflegepraxis wird oft durch alleinige intuitive Entscheidungsfindung geprägt. Der Einsatz von ausschließlich intuitiver Entscheidungsfindung birgt große Risiken für die Pflege. Durch das Verstehen der Entscheidungsfindungsprozesse und ihrer Bewusstmachung, kann als sekundärer Schritt mit der Implementierung von „Evidence based Practice“ begonnen werden.
|
Quantitative und qualitative Aspekte medizinischer und pflegerischer VersorgungAutor/in: Prof. Dr. Burkhard WernerInhalt: Mit der demographischen Veränderung und der notwendigen Anpassung des Gesundheitsversorgungssystems tritt die Frage nach dem Verhältnis zwischen Pflege und Medizin sowie nach Verbesserung pflegerischer wie ärztlicher Qualifikationen immer mehr in den Vordergrund. Eine Studie an der Katholischen Fachhochschule Freiburg (Fachbereich Pflege) hat in einem EU-weiten Vergleich der Gesundheitssysteme und der Mortalitätsraten in den 15 alten EU-Ländern analysiert, welchen Einfluss die medizinische und pflegerische Versorgung, gemessen an quantifizierbaren Indikatoren, auf die Sterblichkeit in den untersuchten Ländern haben.
|
12-2005
Die Menschen stärken und die Sachen klärenAutor/in: Prof. Uta OelkeInhalt: Die Historie der Pflegeausbildung zeigt, dass die traditionelle Persünlichkeitsbildung in der Pflege als unbeugsame weibliche Charakterbildung unter dem Motto „An sich selbst zu denken, ist schlechte Gewohnheit“ verlief und dem Leitmotiv dieses Beitrags „Die Menschen stärken und die Sachen klären“ (von Hentig) diametral gegenüber steht. Eine der Folgen dieser historischen Wurzeln haben zu einem kollektiven Muster geführt, das sich mit „Pflege ist stumm“ (Steppe) überschreiben lässt. Zu den zentralen Herausforderungen einer Fürderung personaler Kompetenz – die unter anderem diesem Muster entgegenwirkt – gehüren die Stabilisierung der Pflegenden im Umgang mit emotionalen Belastungen und die Fürderung von Reflexionsfähigkeit. |
Professioneller PflegeunterrichtAutor/in: Prof. Dr. Ingrid DarmannInhalt: In einer von der Autorin durchgeführten qualitativen Studie zur Interaktion zwischen Lehrern und Schülern im Pflegeunterricht wurden drei Bildungskonzepte von Pflegelehrern („Regelorientierung“, „Fallorientierung“ und „Meinungsorientierung“) einschließlich ihrer lernfürderlichen Müglichkeiten und Begrenzungen identifiziert. Zusammenfassend kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass das Bildungspotenzial der vorgefundenen Bildungskonzepte als eher gering einzuschätzen ist. In diesem Beitrag werden sowohl die Bildungskonzepte dargestellt als auch aus pflegedidaktischer Perspektive drei Zieldimensionen als Anhaltspunkte für die Erhühung der Bildungshaltigkeit des Pflegeunterrichts vorgeschlagen. Der Beitrag beginnt mit einem Exkurs zu den Merkmalen und Rahmenbedingungen professionalisierten Lehrerhandelns. |
Professionalisierung und WissenschaftsentwicklungAutor/in: Univ.-Doz. Dr. Christa Them, Elfriede Fritz, Eva SchulcInhalt: In Österreich stehen aktuell durchlässige Bildungskonzepte (vom Pflegeassistenten bis zum Pflegeakademiker) zur Diskussion. Realität ist, dass ab Herbst 2005 an drei Universitäten in Österreich ein Studium der Pflegewissenschaft absolviert werden kann. Vielfach werden jedoch neben ausgebildeten diplomierten Pflegepersonen Personen ohne Pflegediplom in diesen Studien anzutreffen sein. Im vorliegenden Artikel wird zunächst die Chronologie der Entstehung von Pflegewissenschaft in Österreich dargestellt und folgend aufgezeigt, für welche Tätigkeitsbereiche die in Österreich neu etablierten Studien der Pflegewissenschaft diplomierte Pflegepersonen in Österreich qualifizieren sollen. |
Idiolektik: die Eigensprache in der PädagogikAutor/in: Prof. Dr. Christa OlbrichInhalt: Die Pflegepädagogik ist seit vielen Jahren auf einen sicheren Weg der formalen und inhaltlichen Professionalisierung. Mit dem neuen Gesetz der Gesundheits- und Krankenpflege 2003 wurde festgelegt, dass Lehrende in den Pflegeberufen zur Zulassung der Lehrbefugnis einen akademischen Abschluss vorweisen müssen. Inhalte zu pflegepädagogischen Fragen werden zunehmend zu Forschungsthemen, Publikationen und Kongresse (5. Kongress: Lernwelten in Regensburg 2005) zeigen eigenes Wissen der doch noch nicht so alten Disziplin der Pflegepädagogik.
Zentrale Themen in Lehr- und Lernprozessen sind Kommunikation, Interaktion und Sprache. Hier besteht noch ein großer Bedarf an Interaktionsforschung im Berufsfeld der Pflege, allgemeine Kommunikationsstudien liefern wenig Erkenntnisse für die Sprache in der Pflege. Mit dem Konzept der Idiolektik kann hier ein sehr spezifischer Beitrag zur kommunikativen Weiterentwicklung von pädagogischer Kompetenz von Lehrenden in Gesundheits- und Pflegeberufen geleistet werden. Durch die erlebbare Erfahrung im Lernen künnen Schüler dieses kommunikative Künnen dann wiederum in der Patientenbegegnung weitergeben. |
Lerntagebuch – zu „einer Reise seiner Bildung“Autor/in: Claudia Wächter, Gerhard M. KäserInhalt: Die Vernetzung von individuellen praktischen Erlebensprozessen mit theoretischen Konstrukten stellt im Bereich der Pädagogik eine besondere Herausforderung dar. Ein begleitendes Medium, das Lerntagebuch, ermüglicht dem Lernenden seine persünlichen Erlebnisse zu dokumentieren und diese im anschließenden Bericht zu bearbeiten. Die Anforderungen dieses Berichtes werden mit zunehmendem Ausbildungsverlauf komplexer und umfangreicher. Das hier vorgestellte Konzept ermüglicht es, Schlüsselkompetenzen individuell und unter konstruktivistischer Bezugsnahme aufzuarbeiten. Außerdem ist das persünliche Lerntagebuch als Lerndokumentation und als Grundlage einer gesteuerten und damit strukturierten Reflexion, während der Ausbildung bedeutend. Parallel hierzu künnen curriculare Kriterien (Lernfeld) eingestreut werden. Insgesamt steht dieses Konstrukt nicht ausschließlich für die schulische Realität, sondern kann in jedem beruflichen Lehr- und Lernkontext Verwendung finde |
Lernaufgaben – Wissenstransfer & Reflexion in realen BerufssituationenAutor/in: Klaus MüllerInhalt: Berufliches Lernen im Sinne des Erwerbs wissensbasierter Problemlüsungsfähigkeit ist um so erfolgreicher und nachhaltiger, je stärker die Fähigkeiten und Fertigkeiten direkt in der Berufswirklichkeit erworben werden. Von entscheidender Bedeutung dabei ist, dass das für die Problemlüsung notwendige Wissen in der Handlungssituation abgefordert und so mit ihr verknüpft wird. Weiterhin muss der Handlungsprozess reflektiert und für die eigene Person bewertet werden. Lernaufgaben bieten eine geeignete Müglichkeit, Wissensanwendung und Reflexion direkt im beruflichen Handeln zu verankern, indem sie konkrete berufliche Handlungen zum Inhalt haben und mit Leitfragen die Reflexion stimulieren. |
Professionalisierung der Pflege - Zum Verhältnis von Wissen und Macht in der PflegeAutor/in: Prof. Dr. Barbara HelligeInhalt: In diesem Beitrag soll über eine Auseinandersetzung mit den Aspekten Wissen und Macht herausgearbeitet werden, welches Wissen Pflege benütigt, um professionell arbeiten zu künnen. Anschließend werden bezugnehmend auf Foucault Macht-Wissensdiskurse, in denen Pflege sich bewegt, dargestellt, um daraus Folgerungen für die Pflegeausbildung abzuleiten. |
Eine Sache von uns allen! - Eine Schülergruppe erarbeitet Erwartungen an professionellen Unterricht – ein WerkstattberichtAutor/in: Michael Bossle, Bartosch NowakInhalt: Im Rahmen des Pflegepädagogikkongresses Lernwelten 2005 in Regensburg erarbeitete sich eine Schülerarbeitsgruppe dreier Regensburger Krankenpflegeschulen ihre Erwartungen an professionellen Unterricht. Bereits im Vorfeld des Kongresses traf man sich viermal, um die erarbeiteten Anforderungen in eine abwechslungsreiche Präsentation zu verpacken. Die Erwartungen an professionellen Unterricht wurden in zehn Thesen zusammengefasst, die in so genannten Speakers Corners von den Teilnehmern des Kongresses diskutiert wurden.
Herausragende Wünsche der Lernenden waren der praxisorientierte Unterricht, einheitliche Regeln bei Pflegebegleitungen, sowie die bessere Verzahnung theoretischer und praktischer Inhalte. |