PrInterNet Peer Review System PPRS. Eintrag vom 03.09.2010 / 12:01:10
| Titel des Beitrags |
Auswirkungen dispositioneller Stressverarbeitungsstrategien bei Pflege- und Betreuungspersonen auf die Gesundheit |
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| Einsendedatum |
09.02.2010 (vor 206 Tagen) |
| Artikelbeschreibung |
Die professionelle Pflege und Betreuung alter Menschen in Pflegeheimen ist durch hohe physische und psychische Arbeitsbelastungen und entsprechende Auswirkungen auf die Gesundheit gekennzeichnet. Damit eng verknüpft sind vermehrt krankheitsbedingte Fehlzeiten, eine erhöhte Mitarbeiterfluktuation und die Minderung der Betreuungsqualität. Eine nachhaltige Reduktion von Belastungen und deren Folgen mittels adaptiver Stressbewältigungsstrategien ist deshalb von immanenter Bedeutung für Pflegeeinrichtungen. In einer Querschnittstudie an 7 Altenpflegeeinrichtungen (N = 283) werden die Häufigkeiten und die Auswirkungen dispositioneller Stressverarbeitungsstrategien in Hinblick auf Faktoren der Gesundheit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Altenpflege- und Betreuungspersonen in Belastungssituationen überwiegend positive dispositionelle Bewältigungsstrategien der Situationskontrolle (94,6%), der positiven Selbstinstruktion (92,1%) und Versuchen, die eigenen Reaktionen zu kontrollieren (84,1%), anwenden. Knapp die Hälfte der untersuchten Personen zeigen aber auch negative dispositionelle Stressverarbeitungsstrategien (55,6%), wie die gedankliche Weiterbeschäftigung oder Selbstbeschuldigung. |
Kommentar für Autor
Reviewer 1
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Lieber Autor, liebe Autorin!
Der Artikel befasst sich mit einem äußerst wichtigen Thema für die Pflege, welches sowohl für die Pflegepraxis als auch für die Forschung relevant ist. Aufgrund dessen sollte Ihr Artikel nach einer empfohlenen Überarbeitung veröffentlicht werden.
Die Schreibweise ist im Allgemeinen gut. Die bedeutendsten Ergebnisse gehen jedoch aufgrund der Unmenge von Daten und Korrelationen leider verloren.
Abstract:
- Es werden Ergebnisse der relativen Häufigkeiten hervorgehoben. Die Korrelationen zwischen Copingstrategien und der gesundheitlichen Situation fehlen zur Gänze. Die Schlüsselwörter sind unpassend gewählt.
Theoretischer Hintergrund:
- Die Ausgangslage wurde geschildert, wobei die Problemstellung jedoch nicht klar hervorgeht.
- Der theoretische Rahmen der Arbeit ist wenig verständlich und wenig fundiert.
- Das Hauptaugenmerk sollte mehr auf dem Outcome „Stress“ und weniger auf Belastungen liegen. Die dispositionellen Stressverarbeitungsstrategien sollten genauer und anhand von wissenschaftlichen Arbeiten beschrieben werden.
- Das Setting der Altenpflege sollte mehr hervorgehoben werden und anhand wissenschaftlicher Belege untermauert werden.
- In der Einleitung und Diskussion sowie in der verwendeten Literatur ist der Focus auf alle möglichen Personen (Lehrer,…), Settings (z.B. Hospice, intensive care unit, Psychiatrie) und Outcomes (Mobbing, Posttraumatische Belastungsstörung etc.) ausgerichtet und nicht auf die definierte Population der Altenpflege, das Betreuungspersonal bzw. das Pflegeheim.
Somit ist die Komparation der Ergebnisse mit der verwendeten Literatur nicht zulässig.
Frage: Können Studienergebnisse, die u.a. auch von der eigenen Kultur, wirtschaftlichen Situation, den eigenen Arbeitsbedingungen etc. beeinflusst werden, mit Studienergebnissen aus orientalischen Ländern (China? Li Fu Keung etc.) verglichen werden?
Methode:
- Erklären Sie bitte die Ein- und Ausschlusskriterien der Stichprobe, die berücksichtigten ethische Aspekte!
- Erklären Sie das definierte Signifikanzniveau!
- Erklären Sie deutlicher die Eignung der gewählten Instrumente zur Beantwortung der Forschungsfrage sowie deren Güterkriterien!
Ergebnisse:
- Synthetisieren Sie die Ergebnisse (Text und Abbildungen bzw. Tabellen) auf das Wesentliche und geben Sie die entsprechende p- Werte an!
- Warum wurden nur 269 Fragebogen von den 283 retournierten analisiert?
- Nachdem Sie mehrere Assessmentinstrumente verwendet haben, ist für den Leser die Korrelationsanalyse bzw Darstellung nicht nachvollziehbar (z.B. Tab. 4: die multiple lineare Regression). Versuchen Sie hier mehr Struktur zu geben!
- Die Berechnungswerte sind nicht vollständig angegeben.
Diskussion:
- Die Diskussion ist aufgrund der schwierigen Nachvollziehbarkeit bei den vorherigen Kapiteln nicht aus den Ergebnissen abzuleiten.
- Es fehlen die Limitationen der Untersuchung.
- Die komparative Literatur mit dem Ergebnissen ist nicht adäquat (siehe theoretischer Hintergrund)
- Empfehlungen wurden eingebaut, es fehlen jedoch ein Schluss und ein Fazit.
Ein sehr interessanter Beitrag. Vielen Dank!
Frohe Ostern
Ihr Reviewer
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Kommentar für Autor
Reviewer 2
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Lieber Autor,
besten Dank für die Einreichung Ihres Manuskripts. Sie haben sich mit einem interessanten Thema auseinandergesetzt und komplexe Berechnungen durchgeführt.
Um den Artikel in der „Pflegewissenschaft“ zu veröffentlichen müssen Sie jedoch einige Anpassungen vornehmen.
Diese werde ich Ihnen im Folgenden skizzieren:
→ 2 Autoren werden nach APA nicht mit Komma getrennt
→ Überlegen Sie sich, ob Ihre Schlüsselwörter gut geeignet sind für eine Suche interessierter Leser zum Thema (Reaktionskontrolle, Gedankliche Weiterbeschäftigung)
→ Eine gute Lesbarkeit sollte gegeben sein, damit Leser sich für Ihren Artikel interessieren. Ihre Schreibweise ist gut, allerdings sollten die Quellennachweise weniger Raum einnehmen als der Text. Hier besteht ein Ungleichgewicht, reduzieren Sie die Quellen, Sie müssen auch nicht zu jeder Aussage X Quellen angeben, Qualität zählt mehr als Quantität.
→ Zum theoretischen Rahmen bleiben Sie sehr an der Oberfläche: Vorschlag mehr Tiefe, weniger Quellen. Im Detail: Seite 3 unten ab den letzten 2 Sätzen bis Seite 4 Ende des Absatzes Seitenmitte bleiben sie sehr an der Oberfläche, so dass nicht klar ist was gemeint ist. Wenn Sie zu jedem Punkt Beispiele einfügen (als Beispiel) wird es sicherlich klarer.
→ Stand der Forschung: Extrem kurz und oberflächlich, vielleicht Punkte aus dem Kapitel Diskussion einfügen? Der 2. Satz geht übrigens über 8 Zeilen mit 6 Klammern und nicht lesefreundlich.
→ Methode: Sie setzen 6 verschiedene Assessments ein. Warum haben sie sich genau für diese entschieden? Sind sie auf Gütekriterien untersucht? Ein Instrument ist von 1976 – ist dies noch aktuell? Cut Off Skalenwerte 50%? Ist diese bei allen 6 Assessments gleich angegeben? Finden Sie die Höhe angemessen?
→ Darstellung der Ergebnisse. Sie setzen 6 verschiedene Assessments ein und führen Faktorenanalyse (Hauptkomponenten/Varimax – Rotation: Quelle?). Dann Mittelwerte zu welchen Skalen? Zur COPSOQ oder weiteren? Letzter Satz Seite 7 mit Hinweis auf Tabelle 3 – die finde ich nicht? Oder ist es die auf S. 14? Zu Tabelle 1: was sind denn jeweils Min und max oder wie beurteile ich dass ein Item 66 MW hat und eins 1,16 – ist das vergleichbar und wie ist die Aussage? Abb1: Hier fehlt eine 2. Abbildung zu den eingesetzten Positivstrategien um zu verstehen, was die Aussage ist.
→ Regression: zu welchem Assessment? Aus welchen Überlegungen? Was wollen Sie mit dem F Wert aussagen? Was macht die Signifikanz? Wo ist der Nicht standardisierte Koeffizienten B? Holen Sie die Leser ab und beschreiben Sie ihre Ergebnisse und Überlegungen.
→ Letzter Absatz der Darstellung der Ergebnisse: Worum geht es aus welchem Assessment und durch welche Untersuchung kamen Sie zu diesem Ergebnis?
→ Diskussion: Hier sollten Sie ihre Ergebnisse und Grenzen/Schwächen der Untersuchung diskutieren. Dies fehlt beides. Sie beschreiben nur die Literatur, der Abgleich mit den Daten fehlt weitgehend.
→ Es fehlt am Schluss ein Fazit und Empfehlungen.
→ Lieber Autor,
Vielleicht habe ich zu ausführlich beschrieben, was angepasst werden muss. Allerdings kann die Arbeit so nicht veröffentlicht werden. Sie braucht mehr Inhalt und Lesbarkeit, um Sie den Lesern präsentieren zu können.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg
Ihr Reviewer
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| Verlaufsprotokoll / Anmerkungen |
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Gutachtergremium bestimmt: 29.03.2010
Autor Reviewstand mitgeteilt: 29.03.2010
Angenommen am 20.04.2010
Autor Reviewstand mitgeteilt: 4/20/2010 |
| Status der Datei |
Zur Veröffentlichung angenommen
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Unverbindlicher Veröffentlichungtermin: Ausgabe 9-2010 | (Änderungen möglich) |
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