PrInterNet Peer Review System PPRS. Eintrag vom 03.09.2010 / 12:13:41

Titel des Beitrags Information und Beratung für Patienten mit chemotherapie-bedingten Nebenwirkungen: Entwicklung einer evidenzbasierten pflegerischen Praxisleitlinie |
Einsendedatum 20.06.2008 (vor 805 Tagen)
Artikelbeschreibung Die chemotherapeutische Behandlung von Tumorerkrankungen ist häufig verbunden mit Nebenwirkungen wie Appetitmangel, Übelkeit und Erbrechen. Studien zufolge liegt diesen häufig ein Wissensdefizit hinsichtlich der Selbstpflege zugrunde. Ziel ist die Entwicklung einer evidenzbasierten pflegerische Praxisleitlinie, die mittels Information/Beratung zur Minderung der Nebenwirkungen Appetitmangel, Übelkeit und Erbrechen betragen soll. Nebenziel ist Verbesserung des Wissensdefizits bezüglich der Nebenwirkungen und Selbstpflege sowie der Lebensqualität der Patienten.

Kommentar für Autor

Reviewer 1

Ohne Frage stellt die Beratung und Anleitung von chemotherapie-bedingten Nebenwirkungen eine große Herausforderung dar. Forschung zu diesem Thema ist in Deutschland rar, daher fällt der Beitrag auf einen fruchtbaren Boden.

Bedauerlich ist, dass der Text sich nur auf die Erstellung des Leitfadens bezieht. Daher kann man auf die Ergebnisse der Evaluationsstudie gespannt sein.

Der Verweis auf positive Wirkungen in bisherigen Inventionsstudien macht jedenfalls Mut, dass auch beim Einsatz der Leitlinien positive Effekte gefunden werden.

Der Text ist gut lesbar und sollte veröffentlicht werden.

Einige kritische Anmerkungen gibt es jedoch:

1) Bei zukünftigen Publikationen sollte die Fusszeile gelöscht werden, um die Verblindung zu sichern. Und das immer wieder gerne und fälschlich genutzt © ist ohnehin obsolet.

2) Der Artikel deutet an, dass der Erfolg der Evaluation zukünftig an der „Veränderung des Ausprägungsgrades einer Pflegediagnose“ festgemacht werden soll. Hier ist kritisch zu hinterfragen, ob denn wirklich die Ausprägung einer Diagnose wandelbar ist, oder ob es nicht um die Ausprägung eines diagnostizierten Pflegephänomens geht. Weiters sind sicherlich die Selbstscheinschätzung der Betroffenen (Lebenszufriedenheit, Übelkeit) etc. die relevanten Maße um den Erfolg der Massnahmen prüfen zu können. In der Folgepublikation (Ergebnisse der Interventionsstudie) sind Outcome-Measurements genau zu begründen.

3) Offen bleibt, in welchen Verantwortungsbereich die Beratung fällt. Welche Kompetenzen muss die Person mitbringen, gibt es eine Schulung, wenn ja, wie oft, etc.

4) Ebenso – aber das bleibt auch eher Aufgabe der Folgepublikation- ist zu klären, wer, wann und wie die Outcome-Messung durchführt.

5) Zur Abbildung 2, die letztlich eher eine Tabelle ist, ist kritisch anzumerken, dass das Rational zur Auswahl der Studie unklar ist: Wieso gerade diese 12 Studien. Ist die Auswahl erschöpfend? Was waren hier Einschlusskriterien? Zur face-to-face-Schulung gibt es sicherlich auch unzählige Studien mit dem Evidenzgrad 1, oder bezieht sich die Artikelauswahl nur auf die Studien, die Interventionen bei Chemotherapie-bedingter Übelkeit thematisieren? Das sollte noch mal deutlich gemacht werden.

6) Völlig offen sind forschungsethische Überlegungen. Die Leitlinien werden zwar „legis artis“ entwickelt, durch die starke Orientierung an medizinischen Standards bleiben ethische Überlegungen aber völlig ungeklärt: Wie wird mit Patienten umgegangen, die keine Beratung wollen? Was ist mit kognitiv und motivational beeinträchtigen Personen? Dabei ist die Frage der Fremd- vs. Selbsteinschätzung zukünftig zu klären. Die Abbildung 3 ist nicht ganz einsehbar gewesen.



Diese kritischen Aspekte sind nur kleine Nuancen in einer sehr gelungenen Darstellung. Die Forschung hat große Praxisrelevanz und greift Beratungsmissstände der Pflege auf. Ein großes Lob, dass Sie sich dem Thema gewidmet haben und so strukturiert vorgegangen sind. Das wird die Pflege sicherlich positiv verändern.

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Kommentar für Autor

Reviewer 2

zusätzlich zu den Aussagen des 1. Reviewers habe ich folgende Anmerkungen.



1. es gilt zu bedenken, dass die Zeitschrift ebenfwalls im Ausland gelesen wird. Die Abkürzung BMBF in der Zusammenfassung ist somit nicht für jeden verständlich und nachvollziehbar. Bitte ausschreiben.

2. Aus welchem Grund ist der zweimalige Hinweis nach BMBF (FKZ...) für den Artikel relevant? war für mich nicht nachvollziehbar. besonders imn englischen Abstract kann er verwirren.

3. Im Lauftext wird auch von Informationsgespräch gesprochen, wird aber in der Folge nicht näher erläutert.Ich gehe davon aus, das dieses übereinstimmend mit dem Beratungsgespräch ist. Wenn dies zutrifft, bitte nicht synonym verwenden, denn wie Sie in der Einleitung beschreiben sind Information und Beratung nicht das Gleiche.

4. In Kapitel 2 erster Satz schreiben Sie, dass die Selbstpflegedefizit-Theorie nach Orem den theoretischen HIntergrund bildet. Hier stellt sich die Frage, ob dies für die gesamte Studie zutrifft oder lediglich für die Erstelluhng dieses Moduls.

5. die Diskussion ist m.E. zu kurz geraten. Gerade hier bietet sich die Möglichkeit, weitere Aspekte aufzugreifen

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